Vorteile und Kosten einer Schieferfassade

Schiefer genießt nicht nur als Material für die Dacheindeckung einen hervorragenden Ruf. Er eignet sich ebenso für die hochwertige Verkleidung von Fassaden. Schieferfassaden sind langlebig und verleihen einem Gebäude eine unverwechselbare, individuelle Note.
Neben den traditionellen Deckarten kann die Schieferverkleidung einer Fassade auch in zahlreichen dekorativen Variationen verlegt werden, die sich nahtlos in die Architektur moderner Gebäude einfügen. In diesem Artikel finden Sie Informationen darüber, wie eine Fassadenverkleidung aus Schieferplatten aufgebaut ist, welche Deckarten möglich sind und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Wie sieht der Aufbau einer Schieferfassade aus?

Ebenso wie beim Dach kann der Aufbau einer Schieferfassade je nach baulichen Anforderungen in der Ausführung variieren. Eine aktuell weit verbreitete Variante der Fassadendämmung ist die sogenannte vorgehängte hinterlüftete Fassade. Diese Art der Schieferfassade bietet den Vorteil, dass die Schieferplatten der Fassadenverkleidung von der Unterkonstruktion über einen Luftspalt weitgehend thermisch entkoppelt sind. Dadurch werden sowohl die Dämmeigenschaften im Winter als auch der Wärmeschutz im Sommer verbessert.

Aufbau der vorgehängten hinterlüfteten Fassade von innen nach außen:

  • Außenwand

  • Dämmung mit Dampfbremse

  • Unterkonstruktion
  • Fassadenelemente

Welche Deckarten sind möglich?

Die Auswahl an möglichen Deckarten für eine Schieferfassade ist ähnlich vielfältig wie bei einem Schieferdach. Dem architektonischen Trend hin zu einer klaren, geometrischen Linienführung wird durch orthogonale Deckarten Rechnung getragen. Sie sorgen für ein modernes Deckbild, das sich an rechten Winkeln orientiert. Die streng geometrischen Deckarten haben zudem den Vorteil, dass einerseits der Materialverbrauch vergleichsweise gering gehalten werden kann und sich andererseits der Aufwand beim Decken im Rahmen hält. Auch wenn bei Ihrer neuen Fassadenverkleidung die finanziellen Aspekte eine wichtige Rolle spielen, müssen Sie demnach nicht auf eine Fassadenverkleidung aus Schieferplatten verzichten.

Diese Deckarten machen an der Schieferfassade eine gute Figur:
Rechteck-Doppeldeckung
Bei der Rechteck-Doppeldeckung wird eine doppelte Lage aus Schieferplatten hergestellt. Eine Schieferfassade in Rechteck-Doppeldeckung kann wahlweise auf einer Schalung oder Lattung verlegt werden. Zur Befestigung der Deckelemente dienen Schiefernägel, -stifte oder -schrauben. Die Befestigung mit Klammer- oder Einschlag-Haken ist ebenfalls möglich.

Waagrechte Deckung
Die waagrechte Deckung kommt speziell an vertikalen Flächen zum Einsatz und ist demnach prädestiniert für die Verkleidung einer Fassade mit Schieferplatten. Diese Art der Schieferfassade ist charakterisiert durch sogenannte liegende Formate. Die Deckelemente sind dabei grundsätzlich breiter als hoch. Ihre Stoßfugen weisen einen reihenweise horizontalen Versatz auf, wodurch das Deckbild eine diagonale Komponente erhält.

Gezogene Rechteck-Deckung
Die gezogene Rechteck-Deckung wird aus quadratischen oder rechteckigen Deckelementen hergestellt. Sie ist speziell für die Verkleidung von vertikalen Flächen wie einer Schieferfassade vorgesehen. Die Schieferplatten werden im Verbund verlegt und wahlweise auf eine Schalung genagelt oder eine Lattung geklammert. Diese Variante der Rechteck-Deckung erfordert besonders geringe Materialmengen.

Unterlegte Rechteck-Deckung
Die unterlegte Rechteckdeckung wird aus rechteckigen, hochkant an der Fassade orientierten Schieferplatten hergestellt. Befestigt werden die Deckelemente mit je einem Klammer- oder Schraubhaken am Fuß und einem zusätzlichen Nagel im Kopfbereich. Charakteristisch für diese Art der Schieferfassade sind die sichtbaren Klammern. Insbesondere auf größeren Flächen wird dadurch das Erscheinungsbild der Schieferfassade beeinflusst.

Variable Rechteck-Deckung
Die variable Rechteck-Deckung besteht aus rechteckigen oder quadratischen Schiefersteinen mit je zwei diagonal gegenüberliegenden gestutzten Ecken. Sowohl Rechts- als auch Linksdeckung sind möglich. Die Decksteine können unterschiedliche Formate aufweisen. Die gestutzten Ecken sind im Deckbild nicht sichtbar.

Dynamische Rechteck-Deckung
Die dynamische Rechteckdeckung besteht aus horizontalen Gebinden, die im Gegensatz zu den klassischen Deckarten ohne Steigung verlegt werden. Charakteristisch ist die unterschiedliche Höhe der einzelnen Gebinde. Durch diese Verlegetechnik wird dem Deckbild eine dominante horizontale Note verliehen. Während die horizontalen Gebinde eine Höhenüberdeckung aufweisen, wird auf die klassische seitliche Überdeckung verzichtet. Die Stoßfugen werden stattdessen mit Aluminiumblechen unterfüttert. Die Deckelemente können zwischen zehn und 60 Zentimeter breit und zwischen drei und 25 Zentimeter hoch sein. 

Was kostet eine Schieferfassade?

Eine Schieferfassade galt und gilt als eine der exklusivsten und hochwertigsten Varianten, um die Außenwände an einem Gebäude zu verkleiden. Die Sanierung einer Fassade ist ein auf lange Sicht angelegtes Unterfangen und sollte mit dem entsprechenden Augenmaß geplant werden. Wenn Sie mit einer Fassadenverkleidung aus Schieferplatten liebäugeln, sollten Sie bei Ihrer Kalkulation neben den aktuellen Anschaffungskosten die Langzeit-Eigenschaften Ihrer neuen Fassade miteinbeziehen. Dabei hat Schiefer einige attraktive Eigenschaften zu bieten.

Schiefer gehört nicht nur zu den optisch attraktiven, sondern auch zu den langlebigsten Außenwandbekleidungen. Eine Fassade aus Schieferplatten bleibt bei fachgerechter Verlegung 100 Jahre und mehr funktionstüchtig. Die hervorragende Haltbarkeit einer Schieferfassade sorgt nicht nur für einen geringen Wartungsaufwand. Auch die attraktive Optik bleibt über einen langen Zeitraum hinweg erhalten. Neben der langen Lebensdauer und der geringen Anfälligkeit gegenüber Verschmutzungen weist eine Fassade aus Schieferplatten zudem eine gute Ökobilanz auf und bietet zusätzlichen Schutz vor Kälte, Feuchte und Schlagregen.

Eigenschaften einer Schieferfassade:

  • guter Witterungsschutz (Kälte, Feuchte, Schlagregen)
  • gute Ventilationseigenschaften
  • Heizkostenersparnis durch zusätzliche Dämmwirkung
  • gute Ökobilanz
  • Resistenz gegenüber Verschmutzungen
  • lange Lebensdauer

Hochwertiger Schiefer zählt nicht zu den günstigsten Materialien, wenn es um die Verkleidung einer Außenfassade geht. Allerdings hat sich in Sachen Wirtschaftlichkeit im Bereich der Schieferfassaden einiges getan. Großformatige Schieferplatten in Verbindung mit rationellen Verlegetechniken machen die Schieferverkleidung gegenüber anderen hochwertigen Fassadenmaterialien durchaus konkurrenzfähig. Bevor sich also der Daumen aufgrund des Kosten-Arguments endgültig nach unten senkt, sollten Sie sich unbedingt ein Angebot vom Dachdecker Ihres Vertrauens unterbreiten lassen. Eine Schieferverkleidung ist bereits ab etwa 60 Euro pro Quadratmeter zu haben, wobei die regionalen Preisunterschiede ebenso beträchtlich sein können wie der Einfluss der Schieferqualität auf den Endpreis.

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