Fassaden-Renovierung: Was ist bei Schieferfassaden wichtig?

Die Fassade eines Gebäudes ist über viele Jahre hinweg tagtäglich den unterschiedlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Dabei kommt es nicht nur an Schieferfassaden zur Grünbildung und zu anderen unerwünschten Ablagerungen. Während Schlechtwetterphasen wird die Außenhaut des Hauses durch Wind, Regen und Schnee beansprucht.

In Hitzeperioden kann es durch die unterschiedliche Ausdehnung verschiedener Baumaterialien zu Schäden am Putz oder der Schieferverkleidung einer Fassade kommen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Fassaden-Renovierung abläuft und worauf Sie als Hausbesitzer achten müssen.

Schieferfassade Renovierung

Warum muss eine Fassade renoviert werden?

Einer der attraktivsten Aspekte einer Schieferplatten-Fassade ist ihre Langlebigkeit. Wurde die Fassade fachgerecht hergestellt, kann sie leicht 100 Jahre und noch deutlich länger überdauern. Allerdings kann es auch an einer fachmännisch verlegten Schieferfassade mit den Jahren durch Umwelteinflüsse und Materialermüdung zu Schäden kommen, die renoviert werden müssen. Hat das Niederschlagswasser erst einmal einen Weg in das Gebäudeinnere gefunden, kann es zu ernsthaften Beschädigungen am Mauerwerk und der Isolierung kommen.

Bleiben undichte Stellen an einer Fassade aus Schieferplatten über einen längeren Zeitraum hinweg unentdeckt, drohen schwerwiegende Schäden an der gesamten Bausubstanz eines Gebäudes. Neben Wasserschäden, deren Beseitigung sehr zeitaufwendig und kostenintensiv ist, kann es zur Besiedelung mit Schimmelpilzen und anderen gefährlichen Mikroorganismen kommen. Wenn mit der Renovierung der Fassade zu lange gewartet wird, kann im ungünstigsten Fall diese Entwicklung bis zur Unbewohnbarkeit eines Gebäudes führen.

Renovierung der Fassade – dies ist der erste Schritt

Die meisten Hausbesitzer haben stets ein waches Auge auf ihr Eigentum und bemerken Schäden an der Schieferfassade. Allerdings gibt es auch Beschädigungen an der Fassade, die Sie nicht auf den ersten Blick erkennen können. Wer sein Eigentum wirkungsvoll schützen möchte, sollte in regelmäßigen Abständen einen erfahrenen Dachdecker mit der Inspektion der Schieferplatten-Fassade beauftragen. Ein gut ausgebildeter Schiefer-Decker ist am besten in der Lage, die Ursachen für drohende Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Der Dachdecker ist auch der geeignete Fachmann für die Renovierung der Fassade.

Die Inspektion der Schieferverkleidung sollte alle paar Jahre oder öfter stattfinden. Viele Firmen, die Schieferfassaden herstellen, bieten auch Wartungsverträge an, im Rahmen derer sie die Fassade aus Schieferplatten in regelmäßigen Abständen inspizieren. Ein guter Zeitpunkt für die erste Inspektion einer Schieferfassade ist etwa zwei Jahre nach der Eindeckung. Dann zeigen sich drohende Schäden, die durch Schwachstellen im Material wie beispielsweise feine Risse oder abgeplatzte Lagen verursacht werden.

An diesen Schwachstellen findet bevorzugt der Angriff der Witterung statt. Nur, wenn diese Schieferplatten rechtzeitig ausgetauscht werden, können größere Schäden durch Frostsprengung oder biologische Einflüsse verhindert werden.

Wie wird eine Schieferfassade renoviert?

Werden mögliche Schäden bereits in einem frühen Stadium erkannt, reicht zur Renovierung der Fassade der Austausch einzelner Elemente der Schieferverkleidung aus. Um einen schadhaften Deckstein aus der Bekleidung zu lösen, setzt der Schiefer-Decker ein so genanntes Flickeisen ein. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug aus Flachstahl, mit dem die beschädigte Platte samt Nägeln, Stiften oder Schrauben aus der Schieferverkleidung entfernt werden kann. Diese Arbeit sollten Sie unbedingt in die Hände eines erfahrenen Dachdeckers legen, um Schäden an der intakten Außenhaut bei der Fassaden-Renovierung zu vermeiden.

Besteht die Schieferverkleidung aus handbehauenen Platten, wird der Schiefer-Decker als nächstes mithilfe seines Schieferhammers und einer Haubrücke einen in Form und Größe vergleichbaren Ersatz anfertigen. Die neu angefertigte Schieferplatte wird dann mit im Handel erhältlichen Reparaturhaken in die Schieferverkleidung eingefügt. Die Reparaturhaken bestehen aus gelochtem Metallband, das auf der Schalung oder Lattung mit einem Nagel, Stift oder einer Schraube befestigt wird. Dessen Ende umfasst den Fuß der Schieferplatte und hält sie sicher an Ort und Stelle.

Wie aufwendig ist es, die Fassade zu renovieren?

Der Aufwand, der bei der Fassaden-Renovierung mit Schieferplatten entsteht, ist vom Umfang der Beschädigungen abhängig. Werden die Schäden frühzeitig erkannt, reicht häufig der Austausch einzelner Schieferplatten der Fassade aus. Diese Arbeiten sind von einem Fachmann in der Regel mit vergleichsweise geringem Material- und Zeitaufwand durchführbar. Bestehen die Schäden an einer Schieferverkleidung bereits seit Längerem und ist die Unterkonstruktion schon in Mitleidenschaft gezogen, fällt die Renovierung aufwendiger aus. In diesen Fällen muss möglicherweise ein größeres Areal der Fassade freigelegt und zunächst die Unterkonstruktion wieder in Schuss gebracht werden.

Vorsicht ist geboten, wenn die Schieferfassade eines älteren Gebäudes größere Beschädigungen aufweist. Übersteigt die Fläche der schadhaften Areale zehn Prozent der gesamten Fassadenfläche, kann nicht mehr renoviert, sondern es muss umfassend saniert werden. Gemäß den Vorgaben des EnEV (Erneuerbare-Energien-Gesetz) muss die Fassade dann mit einer zeitgemäßen Wärmedämmung versehen werden. Von dieser Regelung ausgenommen sind Ein- und Zweifamilienhäuser, die bereits seit 2002 oder länger von ihren Besitzern bewohnt werden.

Wie kann ich bei der Renovierung einer Fassade auf Schiefer umsteigen?

Stellt sich beim Renovieren einer Fassade aus Putz, Holz oder Naturstein heraus, dass die Schäden doch umfangreicher als gedacht sind, ist grundsätzlich bei jedem Fassadenmaterial der Umstieg auf eine Schieferverkleidung möglich. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Untergrund hinreichend stabil und tragfähig ist. Maroder Putz muss ebenso entfernt oder erneuert werden wie morsches Holz oder lose Natursteinplatten. Ist auf der Fassade keine oder nur eine unzureichende Dämmung vorhanden, empfiehlt sich zunächst das Aufbringen einer effizienten Isolierung. Je nach Sachlage ist die neue Dämmung sogar bindend vorgeschrieben. Eine zeitgemäße Variante der Schieferverkleidung ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade.

Aufbau einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade aus Schieferplatten

  • tragfähiger Untergrund
  • Dämmung
  • Unterspannbahn
  • Konterlattung
  • Lattung oder Schalung
  • Schiefer

m Idealfall wird die Dämmung vollflächig ausgeführt und nicht von Befestigungselementen für die Unterkonstruktion unterbrochen. Auf diese Weise können Wärmebrücken wirkungsvoll vermieden werden. Dadurch kommt es im Winter nicht zum Entweichen von Heizenergie und im Sommer kann die Umgebungshitze nicht so leicht in das Gebäude eindringen. Den Abschluss der Dämmung bildet eine diffusionsoffene Unterspannbahn, die den Feuchtigkeitshaushalt der Außenhülle reguliert. Einerseits unterbindet die Unterspannbahn das Eindringen von Niederschlagswasser, andererseits ermöglicht sie das Entweichen der Luftfeuchte aus dem Gebäudeinneren.

Über der Dämmung mit Unterspannbahn folgt dann die Konterlattung und die Lattung. Im Bereich der Konterlattung wird ein Luftspalt zwischen Dämmung und Außenhaut hergestellt. Durch diesen Spalt kann die Außenluft zirkulieren und die angesammelte Feuchtigkeit abtransportieren. Die Lattung bildet die eigentliche Unterlage der Schieferverkleidung. Je nach Deckart wird anstelle der Lattung eine vollflächige Schalung verlegt.

Den Abschluss der vorgehängten hinterlüfteten Fassade bildet die eigentliche Schieferverkleidung. Im Trend liegen moderne Deckarten, die durch eine klare Linienführung und orthogonale Deckbilder gekennzeichnet sind.

E-Book Download

Das könnte Sie
auch interessieren