Welche Maßnahmen bei der Dachsanierung für eine Förderung in Frage kommen

Als Besitzer eines Eigenheims stehen Sie früher oder später vor der Entscheidung, eine Dachsanierung durchzuführen. Dies kann aus vielen Gründen nötig sein. Etwa, weil Ihre Dacheindeckung in die Jahre gekommen ist und erneuert werden muss oder Sie den Dachstuhl zu Wohnraum ausbauen wollen. Auch wenn marode Asbestzementplatten auf dem Dach eine potentielle Gefährdung darstellen und dringend ausgetauscht werden müssen, ist die Sanierung sinnvoll.

Im Zuge einer Dachsanierung können je nach Maßnahme unterschiedlich hohe Kosten auf Sie zukommen. Neben den Planungs-, Arbeits- und Materialkosten zählen dazu in der Regel noch die Ausgaben für Aufbau und Miete eines Gerüstes. Damit Sie diese wichtigen Arbeiten aber trotzdem finanziell stemmen können, stehen Ihnen diverse Förderungen für die Dachsanierung zur Verfügung, die Ihnen im Folgenden vorgestellt werden sollen.

Schieferdach Förderung Dachsanierung

KfW-Förderprogramme für energieeffizientes Sanieren

Der wichtigste Fördergeber in Deutschland ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse im Zuge der KfW-Förderprogramme für Einzelmaßnahmen an Gebäuden vergibt. Grundsätzlich sind Staat, Länder und Kommunen meist nur dann freigiebig mit Fördermitteln fürs neue Dach, wenn eine energetische Aufwertung des Gebäudes damit einhergeht. Die Förderung Ihrer Dachsanierung erhalten Sie daher am einfachsten durch eine verbesserte Dämmung des Gebäudes. Für die KfW-Förderung einer Dachdämmung sind die Anforderungen in der Regel relativ hoch. Dies liegt daran, dass die Dämmstärke im Dach im Vergleich zu anderen Bauteilen sehr einfach erhöht werden kann.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) verlangt für ein Steildach einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K). Um eine KfW-Förderung fürs Dach erhalten zu können, müssen Sie aber einen U-Wert von 0,14 W/(m²K) oder weniger erreichen. Der U-Wert des Dachs – auch Wärmedurchgangskoeffizient gennant, bezeichnet, wie viel Wärme ein Körper oder Bauteil nach außen abgibt. Die Einheit des U-Werts wird in W/m²K (Watt pro Quadratmeter und pro Kelvin) angegeben. Je kleiner der U-Wert am Dach ist, umso effektiver ist die Dämmung.

Doch auch wenn die KfW-Förderung beziehungsweise der KfW-Kredit für eine Dachdämmung einigen Auflagen entsprechen muss, lohnt sich dieser Aufwand für Sie. Die eingesparten Energiekosten machen sich unterm Strich deutlich bemerkbar. Entscheiden Sie sich beispielsweise für eine besonders effiziente Aufdachdämmung, profitieren Sie zusätzlich von größerem Wohnraum und mehr Komfort.

Welche Maßnahmen sind im Zuge der KfW-Förderprogramme förderfähig?

Konkret sind folgende Einzelmaßnahmen bei der Dachsanierung durch die KfW förderfähig, selbst wenn Sie keinen KfW-Effizienzhaus-Standard anstreben:

  • Wärmedämmung von Wänden, Geschossdecken und Dachflächen
  • Erneuerung der Fenster
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Baunebenkosten, etwa Architekten- oder Ingenieurleistungen
  • Wiederherstellungskosten, etwa das Verputzen nach der Außenwanddämmung und das Neueindecken des Daches nach einer Außensparrendämmung
  • Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungsleistungen

Diese Einzelmaßnahmen müssen jedoch gewisse technische Mindestanforderungen erfüllen. Wichtig für sanierungswillige Hausbesitzer ist vor allem die Tatsache, dass die KfW nicht nur bereit ist, Maßnahmen zu unterstützen, die direkt mit einer energetischen Aufwertung des Gebäudes verbunden sind. Die Förderung der KfW umfasst neben der Dachdämmung oder dem Einbau besser isolierender Fenster auch Begleitarbeiten wie die Neueindeckung des Daches.

Welche Programme bietet die KfW für die Dacherneuerung an?

Folgende KfW-Förderprogramme kommen für die Förderung Ihrer Dachsanierung in Frage:

  1. Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (Programm 430): Die KfW fördert zehn Prozent der Sanierungskosten, maximal jedoch 5.000 Euro pro Wohneinheit für Einzelmaßnahmen. Dieses Programm richtet sich vor allem an Sanierer, die den Rest der Kosten aus privaten Mitteln stemmen können.
  2. Energieeffizient Sanieren – KfW-Kredit (Programm 151): In diesem Programm können Hausbesitzer ein zinsgünstiges Darlehen für eine Sanierung zum KfW-Effizienzhaus erhalten. Der effektive Jahreszins liegt derzeit bei 0,75 Prozent bei einer Zinsbindung von 10 Jahren. Maximal können 100.000 Euro pro Wohneinheit bewilligt werden. Wenn Sie einen KfW-Effizienzhaus-Standard durch die Sanierungsmaßnahmen erreichen, gewährt Ihnen die KfW zudem einen Tilgungszuschuss auf Ihre Darlehensschuld. Dieser kann sich je nach erreichtem KfW-Effizienzhaus-Niveau auf bis zu 27,5 Prozent der Kreditsumme belaufen, maximal also 27.500 Euro.
  3. Energieeffizient Sanieren – Kredit für Einzelmaßnahmen (Programm 152): Mit dieser Förderung kann ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit für einzelne Sanierungsmaßnahmen aufgenommen werden. Er eignet sich also besonders, wenn Sie lediglich eine effektivere Dachdämmung vornehmen wollen. Hinzu kann ein Tilgungszuschuss kommen, der bei Einzelmaßnahmen 7,5 Prozent der Darlehenssumme entspricht, maximal also 3.750 Euro.

Folgende Faktoren sollten Sie zudem bei der Planung bedenken:

  1. Die Dämmung eines Daches ist als Auf-, Zwischen- oder Untersparrendämmung oder als Kombination möglich. Bei der Berechnung des U-Werts müssen Sie den Sparrenanteil der Dachkonstruktion berücksichtigen.
  2. Wenn Sie eine Dacherneuerung von außen vornehmen, können Sie eine effiziente und wärmebrückenarme Aufsparrendämmung vornehmen. Bei dieser Dämmvariante geht zudem im Innenraum kein Wohnraum verloren. Sie ist allerdings nur wirtschaftlich, wenn Sie das Dach ohnehin neu eindecken lassen wollen. Die KfW-Förderung der Dachdämmung bezuschusst sämtliche Kosten, die mit der Dämmmaßnahme zusammenhängen. Darin inbegriffen sind also auch die neue Dacheindeckung oder die Erneuerung der Schornsteinköpfe.
  3. Zudem müssen Sie ein Luftdichtheitskonzept erstellen und dokumentieren. Viele der regionalen Förderprogramme fordern zudem einen abschließenden Luftdichtheitstest, einen sogenannten Blower-Door-Test.

Noch höhere Zuschüsse können Hausbesitzer erhalten, wenn sie mit der Dachdämmung zugleich eine Lüftungsanlage einbauen lassen. Für das so genannte Lüftungspaket sieht das Kreditprogramm der KfW einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent vor, was maximal 6.250 Euro des Förderhöchstbetrags von 50.000 Euro pro Wohneinheit entspricht.

Wenn Sie die Sanierung inklusive Lüftungsanlage aus eigenen Mitteln finanzieren, können Sie einen Investitionszuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten beantragen, bei der Höchstfördersumme von 50.000 Euro entspricht das maximal 7.500 Euro pro Wohneinheit.

Es lohnt sich in jedem Fall immer, zuerst eine KfW-Förderung Ihrer Dachsanierung anzustreben. Die Konditionen sind besonders günstig, teilweise sogar rückzahlungsfrei.

Was Sie bei der Förderung der Dachdämmung zusätzlich beachten müssen

Wichtig bei einer KfW-Förderung, ob für Dämmung, Dachisolierung oder andere Maßnahmen, ist, dass der Antrag auf Förderung jeweils vor Beginn der Arbeiten eingereicht werden muss. Selbst wenn Sie schon vor der Bewilligung ein Unternehmen beauftragt haben, kann dies die Förderung Ihrer Dachsanierung in Gefahr bringen.

Kredite können Sie nicht direkt bei der KfW beantragen. Stattdessen müssen Sie sich an sogenannte durchleitende Kreditinstitute wenden, in der Regel also einfach an Ihre Hausbank. Zusammen mit dieser Bank arbeiten Sie dann den Antrag auf Fördermittel gemeinsam aus. Wenn die Bank bereit ist, Ihr Sanierungsprojekt, also die Dachdämmung oder Dachisolierung, zu unterstützen, leitet sie den Antrag an die KfW weiter. Nach der Bewilligung des Kredits zahlt sie dann die Geldmittel an Sie aus.

Förderzuschüsse für Ihre Sanierungsmaßnahmen am Dach erhalten Sie hingegen direkt von der KfW. Wenn alle technischen Details geklärt sind, können Sie den Antrag auf Förderung Ihrer Dachsanierung einfach online im KfW-Zuschussportal stellen. Für beide Fördervarianten, Kredit wie Zuschuss, verlangt die KfW, dass ein Sachverständiger die Sanierung plant und absegnet. Für die Baubegleitung durch solch einen Sachverständigen können Sie wiederum auch eine Förderung der KfW erhalten. Eine Liste mit allen zugelassenen Energieberatern finden Sie im Internet auf der Seite EnergieeffizienzExperten, die vom Staat gefördert wird.

Welche Fördermöglichkeiten Ihnen noch zur Verfügung stehen

Wenn Sie im Zuge der Dachsanierung auch eine Solarthermie-Anlage verbauen wollen, können Sie zudem durch das Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung erhalten. Wenn Sie eine Anlage zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung installieren, können Sie mindestens 2.000 Euro Zuschuss durch die BAFA-Förderung erhalten. Beim BAFA kann der Zuschuss zudem auch noch neun Monate nach Inbetriebnahme der Anlage beantragt werden.

Darüber hinaus bieten auch viele Bundesländer und Kommunen Förderungen zum Erneuern des Daches an. Meist geschieht dies ebenfalls in Form von Zuschüssen, Krediten oder auch Steuerboni. Um herauszufinden, welche konkreten Möglichkeiten für Ihren Wohnort bestehen, können sie einfach auf Foerderdata den Fördermittel Check durchführen.

Eine weitere Fördermöglichkeit ist ein Zuschuss der Firma Rathscheck Schiefer bei Dachsanierungen. Wenn Sie sich bei der Entfernung eines Asbestdachs oder der Beseitigung von Unwetterschäden für eine Neueindeckung mit Schiefer entscheiden, bezuschusst Rathscheck Schiefer Ihr Vorhaben mit 350 Euro.

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