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Wie Sie am Dach Asbest erkennen können

Einer Schätzung des Schieferproduzenten Rathscheck Schiefer zufolge sind in Deutschland immer noch rund 700 Millionen Quadratmeter Dachfläche mit kleinformatigen Dachplatten aus Asbestzement eingedeckt. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Dachfläche von 150 Quadratmetern pro Einfamilienhaus entspräche das rund 4,6 Millionen Gebäuden. Die Wahrscheinlichkeit, selbst in einem asbestbelasteten Gebäude zu leben, ist also nicht zu unterschätzen.

Asbest Dach Asbestzement
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Was ist Asbest eigentlich?

Asbest ist ein faserförmiges Mineral, das durch seine hervorragenden technischen Eigenschaften (z.B. Stabilität, Langlebigkeit, chemische Resistenz, Feuerfestigkeit etc.) im 20. Jahrhundert in zahlreichen Baustoffen und in Millionen von Gebäuden verbaut wurde. Feine Asbestfasern können allerdings in die Atemluft des Menschen gelangen und schwere Lungenkrankheiten wie einen Pleuraerguss (häufig gutartig), Asbestose oder Lungenkrebs verursachen. Deswegen ist die Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland und der EU inzwischen verboten.

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Das Asbestverbot in Deutschland und der EU

Obwohl die Gefahr von Asbest schon seit den 1970ern bekannt war, trat ein umfangreiches Asbestverbot erst ab 1993 in Kraft. Dieses Verbot bezieht sich jedoch lediglich auf die weitere Verbreitung von Asbestprodukten. Aus diesem Grund sind noch immer über eine Milliarde Quadratmeter asbesthaltige Materialien verbaut, die für Hausbesitzer mehr und mehr zu einem gefährlichen Problem werden. Besonders Gebäude, die ab Beginn des 20. Jahrhunderts bis Anfang der 90er Jahre erbaut wurden, sind höchstwahrscheinlich unter Verwendung von Asbest - insbesondere Asbestplatten - errichtet worden und sollten einer Prüfung unterzogen werden. Außerhalb der EU sieht die Lage noch deutlich prekärer aus. Insbesondere im asiatischen Raum wird ein Asbestverbot abgelehnt. Der gefährliche Stoff wird weiterhin verbaut, wobei die Nutzungstendenz sogar steigend ist.

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Wie erkenne ich Asbest?

Asbestplatten zu erkennen und einwandfrei zu identifizieren, ist mit bloßem Auge nicht möglich. Mittels folgender Anhaltspunkte können Sie allerdings verdächtige Materialien eingrenzen und abschätzen, wie hoch das Risiko einer Asbestbelastung an Ihrem Wohnhaus ist:

  • Baujahr: Asbesthaltige Baustoffe, wie etwa Asbest-Wellplatten kamen seit etwa 1900 großflächig zum Einsatz. Obwohl die Faser bereits 1970 offiziell als krebserregend bewertet wurde, fanden die Baustoffe vor allem in den 1970er-Jahren eine fast flächendeckende Verwendung. Bis zu seinem endgültigen Verbot im Jahre 1993 wurde Asbest noch sehr häufig eingesetzt. Erhöhter Verdacht besteht also, wenn Ihr Haus oder Hausdach im Zeitraum zwischen 1900 und 1993 errichtet wurde. Besonders gilt dies, wenn bis in die Mitte der 1990er-Jahre keine umfassende Sanierung am Gebäude vorgenommen wurde.
  • Verwendungszweck: Asbest wurde aufgrund seiner Feuerfestigkeit und Hitzebeständigkeit häufig in Brandschutzvorrichtungen und Wärmeisolierungen verwendet. Wenn Sie in Ihrem Haus Bauteile aus diesem Verwendungsspektrum finden, die aus oben genanntem Zeitraum stammen, sind diese wahrscheinlich mit Asbest belastet.
  • Aussehen: Asbest-Wellplatten erkennen Sie an ihrer typisch grauen Farbe, der Faser- sowie rauen Oberflächenstruktur. Die faserige Struktur ist vor allem an frischen Bruchkanten gut erkennbar. Doch selbst ein Fachmann kann nicht allein durch optische Anschauung ein tatsächliches Vorliegen von Asbest in den Dachplatten oder sonstigen Bauteilen erkennen. Zudem kann das Dach Asbestbaustoffe enthalten, die nicht sichtbar verbaut sind, etwa in der Dachdämmung.
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Sollten Sie anhand dieser Hinweise tatsächlich Asbest an Ihrem Dach vermuten, ist das noch kein Grund zur Beunruhigung. Asbestzement an sich ist nicht gefährlich, da der Asbest darin in fest gebundener Form vorliegt. Dies gilt allerdings nur, solange der Faserzement unbeschädigt ist und keinen mechanischen Einwirkungen ausgesetzt wird. Ein Risiko kann allerdings dann bestehen, wenn die Platten starker Verwitterung unterliegen. Dadurch kann es nämlich zu einer Freisetzung von schädlichen Fasern kommen.

Außerdem sollten Sie dringend davon absehen, asbesthaltige Baustoffe zu bearbeiten. Alle Formen der mechanischen Bearbeitung von Bohren, Sägen und Schleifen über Fräsen und Brechen bis Zerschlagen können gesundheitsschädliche Asbestpartikel freisetzen. Selbst Arbeiten wie das Streichen oder Dampfstrahlen von Asbestzementplatten sind per Gesetz untersagt. Hegen Sie einen konkreten Verdacht, sollten Sie unbedingt von eigenständigen Heimwerkerarbeiten absehen und stattdessen einen Fachmann zu Rate ziehen.

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Warum Sie einen professionellen Asbest-Test durchführen lassen sollten

Als Laie können Sie anhand der oben dargestellten Kriterien lediglich Vermutungen darüber anstellen, ob Ihr Dach tatsächlich mit Asbest belastet ist. Lassen Baujahr, Verwendungszweck und Aussehen tatsächlich auf eine Asbestbelastung schließen, kann Ihnen nur ein professioneller Test Sicherheit verschaffen. Bei Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden können Sie sich über Institute in Ihrer Region informieren.

Grundsätzlich können derartige Tests auf zwei Arten durchgeführt werden:

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1. Asbest-Test durch einen Fachmann

Ihre erste – und auch von uns ausdrücklich empfohlene – Wahl sollte es sein, einen Fachmann hinzuzuziehen, der eine Vor-Ort-Untersuchung vornimmt. Der Spezialist ist in der Lage, den verdächtigen Materialien fachkundig Proben zu entnehmen, ohne dabei eine Sicherheitsgefährdung für Sie und andere zu verursachen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Experte die Situation vor Ort selbst in Augenschein nehmen und dann gezielt vorgehen kann. Ein Profi erkennt oft besser und schneller, wo sich die belasteten Materialien befinden können und ob von ihnen, etwa durch Verwitterung, ein Risiko ausgeht.

Außerdem kann der Fachmann bei seinem Lokalaugenschein direkt Materialproben, etwa an vermeintlichen Asbest-Dachplatten, Dacheindeckung oder Dachdämmung, entnehmen und im Labor untersuchen lassen. Erst durch eine solche Untersuchung lässt sich nämlich abschließend klären, ob die inkriminierten Baustoffe tatsächlich Asbest enthalten.

Konkrete und gezielte Materialproben von Asbest-Wellplatten und Co. erlauben Ihnen zudem einen genauen Überblick darüber, welche Teile Ihres Daches tatsächlich belastet sind und wie stark diese Belastung ausgeprägt ist. Nur so können Sie herausfinden, welche Elemente tatsächlich entfernt und ausgetauscht werden müssen. Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit, Ihre Raumluft auf Asbest untersuchen zu lassen, doch davon soll an dieser Stelle abgeraten werden. Erstens ist eine derartige Untersuchung sehr kostspielig, zweitens lässt sich mittels einer solchen Untersuchung überhaupt nicht feststellen, von welchen Produkten die konkrete Asbestgefahr ausgeht.

Doch auch aus einem anderen Grund kann es sich lohnen, einen Experten hinzuzuziehen: Wenn Sie die Kosten einer womöglich anfallenden Asbestsanierung steuerlich geltend machen, müssen Sie dem Finanzamt ohnehin das Gutachten eines TÜV- oder DEKRA-Experten als Nachweis vorlegen.

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2. Asbest-Test zur Selbstanwendung

Die folgende Möglichkeit soll aus Gründen der Vollständigkeit aufgeführt werden, wir raten jedoch aus verschiedenen Gründen davon ab. Um Asbestplatten zu erkennen, können Sie bei einigen Prüfinstituten und -laboren ein Selbsttest-Prüf-Kit bestellen. In der Regel enthält das Prüfset, um Asbest am Dach oder in den Wänden zu erkennen, eine genaue Anleitung, ein Gefäß für die entnommene Probe und einen Umschlag für die Rücksendung. Sie selbst können dann mithilfe eines Klebestreifens eine Staubprobe entnehmen und diese dann zur Untersuchung an das Labor zurückschicken.

Warum ein Selbsttest jedoch mit Vorsicht zu genießen ist, hat mit folgenden Gründen zu tun: Ähnlich wie eine Raumluftanalyse kann Ihnen ein solcher Test keine hundertprozentige Genauigkeit liefern. Kann das Labor auf dem Teststreifen Fasern von Asbest erkennen und nachweisen, bedeutet dies lediglich, dass sich diese in einer gewissen Konzentration in der Umgebungsluft befinden. Es lässt sich jedoch nicht sagen, ob die Fasern von dem Material stammen, an dem Sie die Staubprobe genommen haben.

Die Konzentration kann also genauso auch von einem Nachbarhaus mit beschädigten Asbestplatten herrühren. Der exakte Ursprung der Asbestfasern lässt sich also nicht zurückverfolgen. Dadurch lassen sich auch keine konkreten Schutz- oder Sanierungsmaßnahmen daraus ableiten. Sicherheit kann im Anschluss wiederum erst die Untersuchung durch einen Sachverständigen vor Ort liefern. Darüber hinaus können derartige Tests dazu führen, dass Laien mit fehlender Sachkenntnis sich und andere einem unnötigen Risiko aussetzen.

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Die fachgerechte Asbestsanierung und Asbestentsorgung

Haben Sie in Ihren eigenen vier Wänden erst einmal Asbest erkannt, gilt es, Ruhe zu bewahren und bei der Beseitigung des gefährlichen Stoffes äußerste Vorsicht walten zu lassen, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden. Da Asbest vom europäischen Gesetzgeber als gefährlicher Abfall deklariert ist, sind bei der Asbestsanierung und der anschließenden Entsorgung des Baustoffes besondere Maßnahmen vorzunehmen und Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Aus diesem Grund ist es unbedingt anzuraten, mit der Asbestsanierung ein darauf spezialisiertes Unternehmen zu beauftragen.

So schreiben die "Technischen Regeln für Gefahrstoffe: Asbest" (TRGS 519) vor, dass die Abbruchstelle der asbesthaltigen Stoffe staubdicht abgeriegelt werden muss. Zudem ist mittels eines Unterdrucksystems und entsprechender Schleusen an den Ein-und Ausgängen sicherzustellen, dass keine Fasern aus dem Gefahrenbereich nach außen dringen können. Zur Reinigung der vorgeschriebenen Schutzkleidung sind in den Schleusen mit mehreren Kammern spezielle Reinigungsanlagen einzurichten.

Für die Asbestsanierung sowie Asbestentsorgung auf dem Dach wurde zusätzlich festgelegt, dass Folien und Planen ausgelegt werden. Dadurch werden herabfallende Bruchteile aufgefangen. Auch müssen Industriesauger eingesetzt werden, um Flächen zu säubern, auf denen asbesthaltiger Staub liegt. Schließlich müssen die zu entsorgenden Platten mit Bindemitteln eingesprüht werden, damit möglichst wenige asbesthaltige Fasern freigesetzt werden.

Entsorgt werden die Asbest-Wellplatten, Asbest-Dach und -Bauteil-Abfälle dann über DK I, II oder DK III-Deponien. Dort werden sie in sogenannten Big Bags verpackt und abgedeckt, um eine Freisetzung der Fasern zu unterbinden. Auch örtliche Recyclinghöfe nehmen Asbestabfälle an und übernehmen den Transport zur Deponie.

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