Wie läuft eine Dachreinigung ab?

Mit den Jahren kommt es auch auf dem Dach zu Ablagerungen von Schmutz und zum Bewuchs mit Moos oder anderen Pflanzen. Während es sich bei der sogenannten Grünbildung meist um harmlosen Bewuchs handelt, können andere Verschmutzungen die Dachhaut empfindlich schädigen.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Verschmutzungen am Dach vorkommen und wie sie entfernt werden können.

Dachdeckung Schiefer Schuppendeckung

Welche Verschmutzungen machen eine Dachreinigung notwendig?

Während an historischen Gebäuden die Grünbildung etwa an einem Schieferdach mitunter als willkommene Alterungserscheinung begrüßt wird, ist Bewuchs auf modernen Dächern meist nicht erwünscht. Neben Algen siedeln sich mit der Zeit Flechten, Pilze oder Moos an. Besonders werden permanent beschattete Bereiche des Daches bewachsen, auf und in denen sich die Feuchtigkeit lange halten kann. Ebenso kommt es zur Wetterseite hin bevorzugt zur Grünbildung. Mittlerweile sind mehrere Dutzend Pflanzenarten bekannt, die sich auf Dachflächen ansiedeln. Die Grünbildung ist in erster Linie ein optisches Problem. Schäden an der Dachhaut sind nur dann zu befürchten, wenn sich Pflanzen mit tiefer greifenden Wurzeln ansiedeln.

Nicht nur in Regionen mit hohem Taubenbestand kann es zu Ablagerungen von Vogelkot am Dach kommen. Neben dem unschönen Aussehen kann der Kot in Verbindung mit Wasser und UV-Licht aggressiv reagieren und die Oberfläche der Dachhaut anätzen.

In Gegenden mit hohem Verkehrsaufkommen und in der Nähe von Industriestandorten kann es zudem zur Ablagerung von Staub, Ruß und chemischen Substanzen am Dach kommen. Je nach Zusammensetzung und Aggressivität der Ablagerungen kann die Dachhaut Schaden nehmen.

Verschmutzungen, die eine Dachreinigung notwendig machen:

  • Algen, Moos, Pilze, Flechten
  • Vogelkot
  • Ruß
  • Chemikalien aus Abgasen

Von wem wird eine Dachreinigung durchgeführt?

Sowohl Dachdeckereien als auch spezialisierte Betriebe bieten das Reinigen von Schieferplatten oder Dachziegeln als Dienstleistung an. Je nach Serviceangebot sind sämtliche Arbeiten, vom Stellen des Gerüstes über das Dachziegel reinigen bis zur Entsorgung kontaminierten Schmutzwassers, im Leistungsumfang enthalten. Beachten Sie bei der Beauftragung die folgenden Punkte:

  1. Lassen Sie sich vor der Beauftragung von zwei bis drei ortsansässigen Firmen ein unverbindliches Angebot mit genauer Leistungsbeschreibung und Preisen geben. Dachreinigungen kosten je nach Verschmutzungsgrad und Dachbeschaffenheit nämlich zwischen vier und zehn Euro pro Quadratmeter Dach.
  2. Achtung: Am Informationsgehalt des Angebotes lassen sich meist Sachkunde und Seriosität des Betriebes abschätzen.
  3. Vorsicht ist bei sagenhaft günstigen Offerten von gänzlich unbekannten Firmen geboten. Wenn die Dachreinigung nicht mit der gebotenen Sorgfalt ausgeführt wird, kann nicht nur das Reinigungsergebnis mangelhaft ausfallen, es kann auch zu ernsthaften Schäden an Dachhaut und Dachkonstruktion kommen.

Welche Schäden können durch das Reinigen eines Daches entstehen?

 

Mechanische Beschädigung der Dacheindeckung und der Dachkonstruktion

Schäden an der Dachhaut und der Dachkonstruktion können bereits beim Betreten des Daches entstehen. Nicht nur bei Schieferdächern besteht die Gefahr, dass durch ungeschicktes Fortbewegen auf dem Dach Schäden an der Eindeckung und der Unterkonstruktion auftreten. Dadurch kann die Regensicherheit bei der Reinigung der Dachziegel beeinträchtigt werden und es kann zum Eintreten von Niederschlagswasser in die Dachkonstruktion kommen.

Aufrauen der Dachoberfläche

Kommen bei der Dachreinigung aggressive Reinigungsmittel zum Einsatz, kann die Dachoberfläche angeätzt werden. Durch diese Art der Reinigung kann kurzzeitig ein zufriedenstellender Reinigungseffekt erzielt werden. Das Resultat ist jedoch eine aufgeraute Dachhaut, auf der sich neuerliche Verschmutzungen umso leichter festsetzen. Gleiches gilt für die mechanische Reinigung mit groben Bürsten oder Schleifmitteln. Darüber hinaus kann es beim Reinigen von Schieferplatten zu unschönen Mängeln kommen.

Eindringen von Druckwasser

Eine beliebte Methode zum Dachziegel-Reinigen ist der Einsatz eines Hochdruckreinigers. Diese Variante wird sowohl von den Profis als auch von privaten Hauseigentümern eingesetzt, um das Dach zu reinigen. Insbesondere bei hartnäckigen Verschmutzungen ist die Versuchung groß, einen zu hohen Druck und eine zu hohe Durchflussmenge zur Reinigung des Daches zu verwenden. Wird zudem der Wasserstrahl im falschen Winkel auf die Dachfläche gerichtet, kann es zum Eindringen von Druckwasser unter die Dachhaut kommen. Bei einer Durchflussmenge von mehreren 100 Litern Wasser pro Stunde können die Schäden durch Druckwasser beim Dach-Reinigenbeträchtlich sein.

Aufgrund der möglichen Schäden, die durch nicht fachgemäßes Dachziegel-Reinigen entstehen können, empfehlen wir, für jedwede Reinigungsarbeiten einen Profi hinzuziehen. Dieser bringt sowohl das notwendige Know-how als auch die erforderlichen Reinigungsmittel mit, um das Dach schonend zu reinigen.

Wie wird ein Dach professionell gereinigt?

Erfahrene Fachfirmen können auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Reinigungsmethoden zurückgreifen, die je nach Art der Verschmutzung ihre Vor- und Nachteile haben. Neben der Reinigung mit einem Hochdruckreiniger kommt die chemische Reinigung mithilfe von Reinigungsmitteln und neuerdings die biologische Reinigung unter Verwendung von Mikroorganismen zum Einsatz. Auch die Dachreinigungs-Kosten sind von der Art der Säuberung abhängig.

Dachreinigung mit Mikroorganismen

Bei der Dachreinigung mit Mikroorganismen wird eine wässrige Lösung mit den entsprechenden Organismen auf die Dachfläche gebracht. Die Mikroorganismen zerstören innerhalb von Stunden den störenden Bewuchs und lösen ihn von den Schieferplatten oder Dachziegeln ab. Anschließend wird die organische Schmutzmasse mit Wasser vom Dach gespült.

Chemische Dachreinigung

Bei der chemischen Dachreinigung wird ein Reinigungsmittel auf das Ziegel- oder Schieferdach aufgesprüht. Je nach Bewuchs oder Verschmutzung wirkt die Lösung pilztötend, algentötend oder ist für die Beseitigung einer anderen Art von Verschmutzung geeignet. Vorsicht ist bei Reinigungsmitteln geboten, die nicht als gewöhnliches Schmutzwasser in die Kanalisation geleitet werden dürfen. Je nach Zusammensetzung kann es sich bei den Mitteln zur Dachreinigung um gefährliche Substanzen handeln, die als Sondermüll entsorgt werden müssen. Wenn Sie sich ein Angebot machen lassen, sollten Sie unbedingt nachfragen, welche Mittel zur Reinigung der Schieferplatten oder Dachziegel zum Einsatz kommen und wie diese entsorgt werden.

Dachreinigung mit Druckwasser

Sowohl um Dachziegel als auch Schieferplatten zu reinigen, reicht häufig der Einsatz von Wasser aus. Leistungsfähige Hochdruckreiniger arbeiten mit einer Durchflussmenge von bis zu 600 Litern pro Stunde und einem Druck von bis zu 160 bar. Welcher Arbeitsdruck bei der Dachreinigung für ein bestimmtes Dach geeignet ist, kann ein erfahrener Profi am besten beurteilen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, die Schieferplatten nicht selbst zu reinigen, da bei einer falschen Geräteeinstellung der Druck zu hoch sein kann – dadurch wird die Gefahr teurer Folgeschäden erhöht.

Welche Sicherheitsmaßnahmen muss ich bei der Dachreinigung beachten?

Arbeiten auf einem nassen und verschmutzten Schieferdach sind ohne Übertreibung lebensgefährlich. Entsprechend gewissenhaft sollten die Sicherheitsmaßnahmen bei der Dachreinigung getroffen werden.

Wichtig sind insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Lassen Sie ein Gerüst mit Fanggittern oder -netzen aufbauen, das bei einem Arbeitsunfall während der Dachreinigung das Schlimmste verhindern kann.

    Wie ein Gerüst für das Reinigen eines Daches auszusehen hat, ist gesetzlich genau geregelt. Wer diese Vorschriften missachtet, muss möglicherweise im Fall der Fälle mit Schwierigkeiten bezüglich der Haftung rechnen.
  • Grundsätzlich sollten gefährliche Arbeiten nie alleine, sondern immer zu zweit ausgeführt werden. Eine Person kann arbeiten, die zweite übernimmt die Sicherung. Das gilt insbesondere bei Arbeiten auf einer Leiter.
  • Eine Leiter muss im geeigneten Winkel angelegt werden, damit sie nicht abrutschen kann. Darüber hinaus muss sie gegen seitliches Kippen durch geeignete Unterlagen gesichert werden.

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