Hausverkleidung beim Neubau - wie die Fassade verkleiden?

Wenn Sie beim Neubau auf eine Außenfassade mit Verkleidung setzen, verbessert sich nicht nur die Optik Ihres Hauses. Eine Außenfassade mit Verkleidung trägt auch zum Schutz des Gebäudes bei und kann dessen Energiebilanz optimieren. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, um Ihre Hausfassade zu verkleiden und welche Vor- und Nachteile mit der jeweiligen Methode verbunden sind.

Hausverkleidung: Gestaltungsmöglichkeiten für Ihre Fassade

Würden Laien gefragt, welche Unterschiede es bei Hausfassaden gibt, würden viele sicherlich nur die Farbe als Unterscheidungskriterium angeben. Neben gelben, blauen oder roten gäbe es dann noch die klassischen weißen Häuser. Doch wer beim Spazierengehen oder Schlendern durch Ortschaften oder Städte genauer auf die Beschaffenheit der Außenwände achtet, wird noch weitere Unterschiede feststellen. Wenn Sie Ihr Haus verkleiden wollen, stehen Ihnen zum Beispiel folgende Varianten zur Verfügung.

Hausfassaden aus Klinkersteinen

Im Norden Deutschlands sind Klinkerfassaden als Hausverkleidung sehr verbreitet. Das hat auch einen einfachen Grund. Denn die „Klinker“ genannten Steine aus Ziegel sind sehr robust und witterungsbeständig. Hierfür werden die Ziegelsteine bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Dabei schließen sich fast alle Poren der Steine. In der Fassade verbaut eignet sich Klinker sehr gut für Regionen mit häufigem Schlagregen und starken Winden. Ein großer Vorteil der Klinkerfassaden ist neben ihrer hohen Wetterbeständigkeit die Haltbarkeit. In der Regel muss eine Hausfassade aus Klinkersteinen erst nach rund fünf Jahrzehnten gewartet oder saniert werden. Dafür sind diese Fassadenverkleidungen deutlich teurer als herkömmliche Putzfassaden. Ebenso sind Sie als Hausbesitzer in der Farbwahl eingeschränkt.

Hausverkleidung aus Kunststoffplatten

Ihre Hausfassade können Sie auch mit Platten aus Kunststoff verkleiden lassen. Dabei handelt es sich meist um PVC. Mit Hilfe von Kunststoffpaneelen können natürliche Materialien täuschend echt nachgeahmt werden. So können Sie zum Beispiel eine Fassadenverkleidung in Klinkeroptik realisieren lassen. Zwar sind Kunststoffplatten sehr robust und können die Hauswand sehr gut vor Witterungseinflüssen schützen. Doch tatsächlich sind Hausverkleidungen aus synthetischen Stoffen hinsichtlich Nachhaltigkeit nicht mit Fassaden aus natürlichen Materialien vergleichbar.

Holzfassaden

Eine sehr natürliche Variante der Hausverkleidung ist die Holzfassade. Dabei werden Holzplatten auf der Außenwand angebracht. Nachteilig ist jedoch die geringere Witterungsbeständigkeit im Verbleich zu Steinverkleidungen oder Kunststoffverkleidungen. Aus diesem Grund werden Fassadenverkleidungen aus Holz meist nur am Giebel durchgeführt oder mit anderen Techniken kombiniert. Für Holzfassaden kommen in der Regel sehr robuste Holzarten wie Douglasie oder Zeder zum Einsatz.

Schieferfassaden

Schiefer wird schon seit vielen Jahrhunderten zur Deckung von Dächern eingesetzt. Auch senkrechte Flächen wie Außenwände von Häusern lassen sich mit Schiefersteinen verkleiden. Das Material ist hinsichtlich seiner bauphysikalischen Eigenschaften optimal für die Hausverkleidung. Denn zum einen ist Schiefer sehr witterungsbeständig und zum anderen aus energetischer Sicht sinnvoll. Ähnlich wie Klinkerstein spielt Schiefer seine Stärken bei Schlagregen aus. Doch im Vergleich zum Klinker ist Schiefer deutlich flexibler und individueller als Hausverkleidung einsetzbar. Neben vielen verschiedenen Deckungsarten können für Neubauten auch Schiefersteine in unterschiedlichen Größen oder Farbnuancen angebracht werden. Üblicherweise wird eine Fassadenverkleidung mit Schiefer als hinterlüftete und vorgehängte Fassade realisiert. Durch die Hinterlüftung entsteht im Zusammenspiel mit Schiefer ein effektiver Wärme- und Kälteschutz bei geringeren Schwankungsbreiten zwischen Außen- und Innentemperatur. Mittlerweile gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Schiefer. Von klassischer Deckung bis hin zur modernen, gradlinigen Deckart ist alles denkbar. Abhängig vom Budget und Ihren ästhetischen Ansprüchen lässt sich nahezu jede dreidimensionale Gebäudeform mit Schiefer verkleiden. Ein großer Vorteil der Schieferfassade besteht in der hohen Lebensdauer von vielen Jahrzehnten. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihr Haus architektonisch hervorzuheben und sich als Bauherr gestalterisch zu verewigen. Eine Schieferfassade steigert außerdem den Wert Ihrer Immobilie.

Bei der Hausverkleidung die Dämmung nicht außer Acht lassen

Wer sich um die Hausverkleidung seines Neubaus kümmert, darf die Dämmung nicht vernachlässigen. Ausschlaggebend für diese Eigenschaft ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie sieht vor, dass jedes Gebäude heute so isoliert sein muss, dass das Mauerwerk die Wärmeverluste und damit die Energieverschwendung reduziert. Um die Energieeffizienz von Häusern zu erhöhen, werden Hausfassaden heute in der Regel immer mit einer Dämmung kombiniert. Dabei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der direkten Außendämmung mit auf die Außenwand geschraubten Wärmedämmplatten gibt es auch die sogenannte „Vorhangfassade“, eine Fassade mit Hinterlüftung. Dabei wird die Fassadenverkleidung auf einer zusätzlichen Konstruktion angebracht. Zwischen Verkleidung und Hauswand entsteht dadurch ein Luftspalt, die Hinterlüftung. Dieser Spalt sorgt für eine Luftzirkulation, die das Mauerwerk belüftet und zugleich eine dämmende Eigenschaft hat. Eine Dämmung muss immer fachgerecht ausgeführt werden, um mögliche Schäden durch Feuchtigkeit oder Schimmel zu vermeiden. Mit natürlichen Fassadenmaterialien wie Schiefer ist die Gefahr derartiger Schäden deutlich geringer.

Fördermöglichkeiten nutzen

Wenn Sie Ihre Hausverkleidung mit einer fachgerechten Dämmung verbinden, können Sie in Deutschland Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. So ist es zum Beispiel möglich, Fördermittel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu bekommen. Pro Wohneinheit sind dann bis zu 50.000 Euro Förderung plus einen Tilgungszuschuss bei Darlehen möglich. Die Förderdarlehen der KfW können über jede Bank beantragt werden. Sie sollten darüber hinaus prüfen, ob in Ihrer Stadt oder Gemeinde, Ihrem Landkreis oder Bundesland Förderprogramme rund um die Steigerung der Energieeffizienz von Häusern bestehen.

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