Welche Anforderungen muss Wärmedämmung von Wänden nach ESanMV erfüllen

Sowohl Dach als auch Fassade sollten ausreichend gedämmt sein, damit Wärme nicht nach außen dringen kann und Sie trotz Sommerhitze angenehme Raumtemperaturen genießen können. Dafür stehen Ihnen mehrere Optionen zur Auswahl.

Nicht nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade kann eine effektive Dämmung helfen, Ihren Heiz- und Energieverbrauch zu reduzieren. Denn über die Wand kann viel Wärme nach außen entweichen. Eine gute Wanddämmung trägt zum Wohlfühlfaktor für die Bewohner der jeweiligen Immobilie bei.

Wärmedämmung für die Wand – Welche Möglichkeiten gibt es?

Für die Montage einer solchen Dämmung stehen Ihnen mehrere Optionen zur Verfügung. Wie diese Möglichkeiten aussehen, welche Anforderungen Sie erfüllen müssen und welche Fördermittel Ihnen zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier.

Wenn Sie Ihre bisherige Wanddämmung sanieren oder eine neue Fassadendämmung installieren möchten, sollten Sie die Arbeit immer einer Fachkraft überlassen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass die Wärmedämmung der Wand fehlerlos verläuft und

keine sogenannten Wärmebrücken entstehen. Hierbei handelt es sich um Stellen an der Fassade, über die Wärme leichter nach außen gelangen kann.

Ferner können Sie Teile der Kosten dieser Sanierung unter bestimmten Umständen steuerlich geltend machen, wenn Sie einen Experten die Arbeit durchführen lassen. Abhängig von Ihrer Fassade, sollten Sie sich für eine der folgenden Dämmungsarten entscheiden.

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)  

 Das Wärmedämmverbundsystem eignet sich vor allem für Fassaden, die aus Ziegel oder Putz bestehen. Diese Dämmungsmethode wird bereits seit 40 Jahren genutzt und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Zu einem relativ günstigen Preis erhalten Sie nämlich eine wirksame Wärmedämmung, ohne dass Wärmebrücken zustande kommen.

Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus einem Dämmstoff, der den Kern bildet. Hierbei kann es sich um folgende Materialien handeln:

  • Holzfaser
  • Kork
  • Schilf
  • Hanf
  • Gras
  • Perlite
  • Mineralwolle
  • Mineralschaum
  • Polystyrol-Hartschaum
  • Polystyrolpartikel-Schaum, Polystyrol-Extruder-Hartschaum, Polystyrol-Extruder-Schaum, Polyurethan-Hartschaum
  • Vakuum-Dämmplatten

Auf dieser Platte befindet sich die sogenannte Armierungsschicht, die aus einem Armierungsmörtel beziehungsweise Unterputz besteht. Im oberen Drittel dieser Schicht befindet sich ein Gewebe aus Glasfaser, das wiederum mit Kunststoff ummantelt ist – das sogenannte Armierungsgewebe. Den Abschluss des WDVS bildet schließlich der Außenputz.

Sie legen zuvor mithilfe einer fachkundigen Beratung fest, welcher Dämmstoff und welche Art der Montage sich am besten für Ihre Fassade eignet. Auf einem ebenen Untergrund reicht es, den Dämmstoff zu verkleben. Haben Sie dagegen mit extremen Wetterbedingungen zu kämpfen, ist eine Befestigung mit Dübeln empfehlenswert. Bei einem Altbau sollten Sie Dübel zusammen mit Klebstoff und bei sehr unregelmäßigen Untergründen eine Befestigung mit Schienen nutzen.  

Vorgehängte hinterlüftete Fassade

Bei der vorgehängten hinterlüfteten Fassade stellt die äußere Schale den Schutz gegen Witterungen dar. Zwischen dieser äußeren Wand und der Wärmedämmung befindet sich ein Spalt, der zwei bis vier Zentimeter breit sein kann. Dieser Abstand sorgt dafür, dass schlechte Witterungen von der Dämmung ferngehalten werden. Die Luftzirkulation innerhalb dieses Hinterlüftungsraums lässt eventuell auftretende Feuchtigkeit schnell wieder trocknen und verhindert im Sommer, dass sich hinter der Fassade die Hitze staut.

Die Vorhangfassade wird mithilfe eines Holz- oder Metallkonstrukts an der alten Fassade befestigt. Sie haben die Wahl zwischen folgenden Dämmstoffen:

  • Dämmplatten aus Glas- und Steinwolle
  • Polyurethan oder Polystyrol
  • Holzfaserplatten
  • Hanfmatten
  • Jutedämmplatten

Die gute Nachricht ist, die Dämmstoffe können so dick ausfallen, wie sie möchten, damit sie den Ansprüchen der EnEV genügen. Bei dieser Fassade können Sie sich außerdem frei zwischen Materialien wie Kunststoff, Holz, Ziegel, Glas, Zement oder Naturstein entscheiden.

Tipp: Wir empfehlen für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade das AIRTEC-Schiefersystem.  Hierbei handelt es sich um einen Verbund bestehend aus Leichtbetonträgern und Schieferplatten. Die einzelnen Module können vorgefertigt werden, was Ihnen eine große Gestaltungsfreiheit ermöglicht. Das Design Ihrer Fassade erhält ein modernes Antlitz und die Fassade selbst schützt Sie ideal vor Witterungen, Kälte und Hitze

Kerndämmung

 Besitzt Ihre Immobilie ein mehrschaliges Mauerwerk können Sie auch eine sogenannte Kerndämmung anwenden. Der Zwischenraum sollte dafür mindestens fünf Zentimeter betragen. Zuvor müssen Sie sich versichern, dass es keine Schäden beziehungsweise Risse in der Mauer gibt. Die Folgen können Verunreinigungen sein, welche die Wirkung des Dämmstoffes beeinträchtigen.

Weiterhin sollten sich auch keine Schutt- oder Mörtelreste innerhalb des Zwischenraums zwischen den Mauerschalen befinden. Kann sich der der Dämmstoff nicht gleichmäßig verteilen, kommt es zu Wärmebrücken. Das Dämmmaterial wird in der Form einer Einblas- oder Schüttdämmung als Flocken, Perlen oder Granulat in den Zwischenraum eingelassen.

Was schreibt die ESanMV bei der Sanierung der Wärmedämmung vor?

Die neue Energiesparverordnung schreibt ab 2020 vor, dass Sie mit Ihrer Fassadendämmung einen bestimmten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) erreichen oder Dämmstoffe mit einer spezifischen Wärmeleitfähigkeit verwenden müssen. Je niedriger der U-Wert, desto effektiver wirkt die Dämmung. Für die Wärmeleitfähigkeit der Dämmstoffe gilt: Ist der Wert der Leitfähigkeit geringer, kann der Dämmstoff besser wirken und es kann eine dünnere Dämmung genutzt werden. Folgende Werte sollten Sie beachten:

  • mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade oder einem Wärmeverbundsystem müssen einen U-Wert von höchsten 0,20 W/(m² K) erreichen
  • Bei der Kerndämmung schreibt die EnEV Dämmstoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m² K) vor

Handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude oder ist aus technischen Gründen nicht genug Raum für eine adäquate Wärmedämmung der Wand vorhanden, reichen bereits dünnere Dämmstoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,045 W/(m² K).

Förderungen bei der Sanierung einer Wanddämmung

 Da die Wanddämmung beziehungsweise Sanierung einer Fassade für Immobilienbesitzer kostspielig sein kann, bietet das Kreditinstitut für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite und Zuschüsse an. Mit folgenden Finanzierungsmöglichkeiten sollte eine Wärmedämmung der Außenwand wesentlich leichter fallen:

  • Energieeffizient Sanieren – Kredit für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus (Programmnummer 151): Für eine komplette Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus können Sie ein zinsgünstiges Darlehen in der Höhe von höchstens 120.000 Euro beantragen. Hinzu kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 40 Prozent kommen, höchstens aber 48.000 Euro.
  • Energieeffizient Sanieren – Kredit für Einzelmaßnahmen (Programmnummer 152): Einen zinsgünstigen Kredit von bis zu höchstens 50.000 Euro können Sie bei der KfW für Einzelmaßnahmen, zum Beispiel für die Fassadendämmung aufnehmen. Ein Tilgungsausschuss von 20 Prozent der Darlehenssumme können Sie ebenfalls in Anspruch nehmen. Dieser Zuschuss kann allerdings höchstens 10.000 Euro betragen.
  • Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (Programmnummer 430) – Zuschuss für Einzelmaßnahmen: Für 20 Prozent der Sanierungskosten für die Fassade können Sie auch einen Zuschuss beantragen, der jedoch höchstens 10.000 Euro betragen kann.

 Beachten Sie, dass die Kriterien der KfW für eine entsprechende Förderung strenger sind als die Vorgaben der EnEV. Das heißt, die Sanierung Ihrer Fassade muss einen U-Wert von 0,20 W/(m² K) zum Ergebnis haben, damit Sie einen Kredit oder einen Zuschuss bei der KfW beantragen können.

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