Bauen mit Schiefer

Naturstein bekleidet Gebäude nachhaltig

Der Naturstein Schiefer erlebt derzeit ein eindrucksvolles Comeback. In Deutschland werden pro Jahr knapp drei Millionen Quadratmeter des natürlichen Baustoffs verlegt. Das Gestein eignet sich besonders gut, um als langlebige Dacheindeckung oder vorgehängte Fassade Ressourcen zu sparen.

Die Reduktion des Energieverbrauchs und damit von CO2-Emissionen ist eines der wichtigsten politischen Ziele in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 will die Bundesregierung eine 30-prozentige Reduzierung des Primärenergieverbrauchs im Vergleich zu 2008 und bis 2045 die Klimaneutralität erreichen.

Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe bei Neubau und Modernisierung ist eine wirksame Möglichkeit, für eine langfristig höhere Energieeffizienz zu sorgen und CO2-Emissionen zu senken. Dazu gehört auch Schiefer. Der Naturstein ist feuerfest, wasserabweisend und einfach zu pflegen.

Langlebig und recyclingfähig

Schiefer ist vor Millionen von Jahren durch die Verdichtung von Tonschlamm unter hohem Druck entstanden. Er wird in Blöcken aus den Bergwerken gewonnen und anschließend nur bearbeitet, nicht verarbeitet. Die im Bergwerk abgebauten Schieferblöcke werden gesägt, gespalten und anschließend in verschiedene Formate gebracht. Die gute Spaltfähigkeit des Gesteins erleichtert die Verwendung als Baumaterial. Dieses kann problemlos verlegt werden.

Da weder Zement noch andere Bindemittel zum Einsatz kommen, muss im Vergleich zu anderen Baumaterialien nur wenig Energie aufgewendet werden. Schiefer weist daher eine gute Ökobilanz auf. Das Material verfügt zudem über eine ungewöhnlich lange Lebensdauer von nicht selten bis zu 100 Jahren und ist recyclebar. Es kann beispielsweise als Schiefersplitt und Schiefermehl oder für Gesteinskörnungen verwendet werden.

Schieferfassade in Freiburger Ökosiedlung

Ein beeindruckendes Beispiel für den Einsatz von Schiefer als Baumaterial wurde bereits im Jahr 2009 im Freiburger Stadtviertel Vauban umgesetzt. Das zukunftsorientierte Gebäude hatte sich damals am geltenden EnEV orientiert und die gesetzlichen Vorgaben sogar weit übertroffen und tun dies bis heute. In dem ökologischen Wohnquartier war unter der Planung des Architekten Ulrich Mayer ein viergeschossiges Haus für eine Baugruppe mit sieben Familien entstanden. Hinter der schimmernden Schieferfassade aus Rathscheck Schiefer verbergen sich Eigentumswohnungen im Passivhausstandard. Die vorgehängte, hinterlüftete Schieferfassade ist zweilagig und insgesamt 260 mm dick gedämmt.

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden schützen Gebäude vor Hitze im Sommer und vor Kälte im Winter. Der Hinterlüftungsraum stellt einen permanenten Abtransport von anfallender Feuchtigkeit sicher und garantiert somit die Funktionalität der Dämmebene über die gesamte Lebensdauer. Die zirkulierende Luft zwischen Fassade und Hauswand – als Unterschied zu einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) - verhindert somit auch ein Durchfeuchten des Mauerwerks und wirkt wärmeregulierend.

Schieferfassade im Oekostadtviertel Abb 2
Schieferfassade im Oekostadtviertel Abb 3
Schieferfassade im Oekostadtviertel Abb 4
Schieferfassade im Oekostadtviertel Abb 5
Schieferfassade im Oekostadtviertel Abb 6
Schieferfassade im Oekostadtviertel Abb 7

Schieferfassade in Freiburger Ökosiedlung

Gesetzliche Regeln laut GEG

Wer eine Fassadendämmung, einen neuen Putz oder eine Verschalung plant, muss strenge gesetzliche Regeln einhalten.

So hat der Gesetzgeber 2020 mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestimmte Anforderungswerte bei Neubau und Modernisierung festgelegt. Der Wärmedurchgangskoeffizient U etwa ist ein Maß für die Durchlässigkeit von Wärme bei Wänden oder Fenstern. Je niedriger der U-Wert, desto geringer der Wärmeverlust. Bei Außenwänden etwa darf der U-Wert laut GEG die Grenze von 0,24 W/m2K nicht überschreiten. Dasselbe gilt für Dachschrägen, Steildächer und Geschossdecken. Bei Flachdächern darf der U-Wert nur 0,2 betragen.

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