Dachdämmung am Altbau: Ablauf und Finanzierung

In vielen deutschen Großstädten gehören Altbauten zu den bevorzugten Wohnhäusern. Meist sind es der Charme und der Stil der um die Jahrhundertwende gebauten Häuser, die es den Bewohnern angetan haben. Doch tatsächlich haben sehr alte Gebäude aus energetischer Sicht einen deutlichen Nachteil: das Dach.

Um dieses Manko auszugleichen, kommen Hausbesitzer heute um die Dachdämmung am Altbau nicht herum. Neben den Vorgaben der Energieeinsparverordnung sind es rein wirtschaftliche Gründe, die dafür sprechen. Ohne geeignete Dämmung heizen Sie im wahrsten Sinne des Wortes „zum Dach hinaus“. Hier erfahren Sie, worauf es bei der Dachsanierung im Altbau ankommt und welches Dämmmaterial Sie fürs Dach nützen können.

Dach Bestandteile Dämmung

Die Vorbereitung: Keine Dämmung ohne genaue Planung und Analyse

Wie vor jeder Dachdämmung müssen Sie auch bei der Dämmung Ihres Altbaudachs verschiedene Bereiche genau prüfen. Denn von den Ergebnissen dieser Analyse hängt ab, wie Sie Ihr altes Dach dämmen können.

  • Wärmebilder erstellen lassen: Experten wie Energieberater, Schornsteinfeger oder Dachdecker nehmen das Dach mit Hilfe einer Wärmebildkamera auf. Auf diese Weise werden mögliche Wärmebrücken identifiziert. Zugleich kann die vorhandene Dachstruktur aus dem „energetischen Blickwinkel“ betrachtet werden. Die Wärmebildaufnahme liefert mögliche Schwachstellen im Dach und gibt zugleich Hinweise auf weiteren Sanierungsbedarf.

  • Prüfen von Statik und Zustand des Dachstuhls sowie der Dacheindeckung: In einem zweiten Schritt erfolgt die Begehung des Dachs. Dabei prüfen die Experten den gesamten Dachstuhl und die Sparren. Ebenso werden vorhandene Dämmungen geprüft. Gerade bei der Hausdämmung älteren Gebäuden kann es nämlich vorkommen, dass Asbestplatten verbaut wurden. Diese müssten dann vor der eigentlichen Dachsanierung im Altbau fachgerecht entsorgt werden.

Dachdämmung im Altbau: Berücksichtigung des Dachzustands

Um herauszufinden, welche Arten der Dämmung und somit welches Dämmmaterial für Ihr Dach überhaupt möglich sind, sollte der Zustand des Dachs inspiziert werden - dieser gibt Ausschluss darüber, ob eine Dämmung nachträglich eingebaut werden kann oder ob es sinnvoller ist, das gesamte Dach zu erneuern.

Zustand des DachesMöglichkeiten der Dämmung
defekte Dachhaut

Ist die Sparrenkonstruktion noch intakt, kann das Dach neu eingedeckt werden. Sind nur einzelne Stellen betroffen, werden diese ausgebessert. Empfehlenswert ist eine Eindeckung mit Schiefer. Das Material zeichnet sich durch seine hohe Langlebigkeit und seine Natürlichkeit aus.

Für die Dämmung empfiehlt sich in diesem Fall eine Aufsparrendämmung. Sie hat den Vorteil, dass mehrder Wohnraum erhalten bleibt und kein Schmutz im Innenraum anfällt. Ebenfalls geeignet ist eine Obergeschossdämmung: Hierbei handelt es sich um eine günstige Variante der Dachdämmung, falls kein Wohnraum im Dachgeschoss gewünscht ist.

beschädigtes Tragwerk

Werden bei der Prüfung Schäden am Tragwerk festgestellt, welche die Statik und Sicherheit beeinflussen, müssen diese zunächst behoben werden. Anschließend erfolgt eine Neueindeckung.

Durch die Erneuerung des Tragwerks stehen verschiedene Optionen für die Deckung offen. Neben klassischen Dachpfannen bieten sich ebenfalls Schieferplatten an.

Auch bei der Dämmung haben Sie bei einer Reparatur und Ausbesserung des Dachstuhls verschiedene Möglichkeiten. Neben der Außensparrendämmung Aufsparrendämmung ist ebenso die Zwischensparrendämmung im Altbau möglich.

intaktes Dach
intaktes Tragwerk

In diesem Fall empfiehlt es sich, auf eine Zwischensparrendämmung zurückzugreifen. Dabei handelt es sich um eine sehr einfach durchzuführende Wärmedämmung im Altbau.

Möglich ist ebenfalls eine Untersparrendämmung, bei der das Dämmmaterial unterhalb der Dachsparren befestigt wird. Allerdings wird der Wohnraum hierbei geringer. Zudem ist die Wärmedämmung in der Regel nicht ausreichend. Deshalb wird diese Methode meist als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung genutzt, um die Isolierung des Dachgeschosses zu erhöhen.

Ebenfalls geeignet ist eine Obergeschossdämmung: Hierbei handelt es sich um eine günstige Variante der Dachdämmung, falls kein Wohnraum im Dachgeschoss gewünscht ist.

Die Dachdämmung am Altbau ist also immer sinnvoll. In jedem Fall wird die Wärmeisolierung des Altbaus durch das Dämmen gefördert und verbessert. Welche Variante sich hierfür am besten eignet, hängt dabei von der jeweiligen Ausgangssituation ab. Grundsätzlich ist eine Zwischensparrendämmung am Altbau die günstigste Option, da hier weder Dach not Tragwerk beschädigt sin. Weiterhin ist natürlich auch die Dachform an sich zu beachten. Gerade bei der Flachdachdämmung gilt es, besonders vorsichtig zu sein, wenn Sie Ihren Altbau dämmen.

Flachdachdämmung am Altbauhaus

Aufgrund der geringen Steigung eines Flachdachs sammelt sich schnell Wasser, welches durch die Dachdeckung sickern und erhebliche Schäden anrichten kann. Die Flachdachdämmung muss deswegen sorgfältig und am besten von Fachleuten ausgeführt werden. Eine geringe Neigung muss immer vorliegen, damit das Regenwasser abfließen kann. Diese Neigung wird oftmals mit der Hausdämmung aufgebaut. Hier muss darauf geachtet werden, dass das Flachdach sowohl kalten Wintertemperaturen als auch heißen Sommertagen standhalten kann.

Die Flachdachdämmung kann mithilfe eines Kaltdachs, Umkehrdachs oder Warmdachs geschehen. Wenn Sie den Altbau mit Kaltdach dämmen, dann ist die Dämmweise die gleiche wie bei einem nicht ausgebauten Spitzdach. Bei einem Umkehrdach wird auf das bereits vorhandene Dach ein neues Dach gesetzt. Wenn Sie das alte Dach per Warmdach dämmen, dann bedeutet das, dass die Dachdecker ein komplett neues Dach auf die oberste Etagendecke bauen.

Finanzierungsmittel prüfen

Eine Dachsanierung ist für Hausbesitzer in der Regel eine größere Investition. Für die Finanzierung einer Dachdämmung am Altbau können verschiedene Möglichkeiten genutzt werden.

  • Bausparverträge: Ein Klassiker für die Finanzierung eigener Bauvorhaben ist der Bausparvertrag. In diesem Fall zahlen Bausparer einen bestimmten Betrag in den Vertrag ein. Ist der Vertrag dann „zuteilungsreif“, können die Sparer von einer günstigen Verzinsung auf das Darlehen profitieren.
  • Baudarlehen bei der Hausbank: Ein gängiger Ansprechpartner für die Finanzierung ist die Hausbank. Haus- oder Wohnungsbesitzer können für größere Kredite eine Grundschuld eintragen lassen. Häufig wurde diese bereits für die Immobilienfinanzierung genutzt und muss nicht separat im Grundbuch hinterlegt werden. Empfehlenswert ist es jedoch immer, einen ausführlichen Kreditvergleich durchzuführen. So machen sich schon geringe Unterschiede bei der Verzinsung bei den Kreditgesamtkosten bemerkbar.
  • eigene Rücklagen: Hausbesitzer oder Eigentümergemeinschaften bilden in der Regel umfangreiche Rücklagen für Sanierungsarbeiten. Sprechen Sie in diesem Fall mit der Gemeinschaft und prüfen Sie, ob damit die Altbaudachsanierung bestritten werden kann.

Hinweis:

Zinsbindung berücksichtigen! Bei Krediten mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren sollten Sie als Kreditnehmer unbedingt auf die Zinsbindung achten. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase profitieren Sie so bei steigendem Leitzins von weiterhin günstigen Konditionen. Ebenfalls sinnvoll ist die Möglichkeit kostenloser Sondertilgungen. Damit können Sie Ihre Restschuld reduzieren und die Laufzeit verkürzen.

Fördermöglichkeiten bei Dachdämmungen im Altbau

Wenn Sie vorhaben, Ihr Altbaudach zu dämmen, können Sie verschiedene Quellen zur Förderung nutzen.

  • Förderung durch Gemeinden und Städte sondieren: Viele Städte und Gemeinden bieten Hausbesitzern Zuschüsse für die Dachsanierung bei Altbauten an. Die Zuschüsse werden entweder an den Gesamtkosten oder anhand der Dachfläche berechnet. Wenden Sie sich für eine Förderung an Ihre zuständige Gemeindeverwaltung oder ein Bürgeramt.
  • Zuschüsse oder Kredite durch die KfW: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt private Eigentümer bei der energieeffizienten Sanierung mit bis zu 30.000 Euro „Investitionszuschuss“. Die KfW-Kredite können direkt über das KfW-Zuschussportal beantragt werden. Das Gute daran: Diese Fördermittel lassen sich mit weiteren Fördergeldern kombinieren.

Neben dem Zuschuss gibt es auch die Möglichkeit, einen günstigen Kredit über die KfW zu bekommen. Finanzieren können Sie zum Beispiel Dämmungsarbeiten an Ihrem Dach bis zu einer Höhe von 100.000 Euro, wenn Ihr Haus als KfW-Effizienzhaus klassifiziert werden soll. Der effektive Jahreszins beträgt aktuell (Stand: 11/2018) 0,75 Prozent.

Tipp:

Handwerkerleistungen an Ihrem Eigenheim können Sie steuerlich geltend machen. Wichtig ist, dass Sie die Ausgaben mit Rechnungen belegen können. Sind Sie Vermieter und lassen das alte Dach sanieren, können Sie die Kosten abschreiben oder als Werbungskosten deklarieren. Über Ihre Steuersparmöglichkeiten sprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.

Wenn Sie vorhaben, Ihr Altbaudach zu sanieren, können Sie sich auch an die Experten von Rathscheck wenden. Mit dem „Sanierungsbonus“ erhalten Sie dann einen zusätzlichen finanziellen Vorteil. Unabhängig von Ihrer Finanzierungslösung werden Sie mit einem sanierten und gedämmten Altbaudach langfristig von niedrigeren Heizkosten profitieren.

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