Die Ausführungen können und sollen die Kriterien-Vielfalt nur anreißen. Sie stehen unter dem Ziel einer Orientierungshilfe für die Verwendung von Schiefer an Dach und Wand. Unter diesem Blickwinkel lassen sie sich wie folgt zusammenfassen:
Auf fünf Kernpunkte kommt es an:
Prüfung bei Importen
Materialnormen zeigen nur Risiken-Tendenzen:
Der beste Schiefer ist auf Dauer billiger
Anforderungs-Erwartungen in Deutschland am höchsten
Schiefer ist ein attraktives Naturprodukt mit langer Tradition
Die Attraktivität des Schiefers verbindet sich mit vielen Geheimnissen. Daher ist für die Erfüllung des Bauherrentraumes Schiefer der Rat durch Experten am sichersten.
Forderung: je exklusiver die Deckart, desto exklusiver der Schiefer
Da zur Bildung eines guten Dachschiefers eine ganze Reihe von Einflussgrößen in günstiger Weise zusammentreffen musste, variiert naturgemäß die Materialbeschaffenheit von Vorkommen zu Vorkommen.
Es liegt im gemeinsamen Interesse von Bauherren, Architekten, Dachdeckern und auch der Schieferindustrie, dass nur Schiefer aus den besten Vorkommen auf dem Markt angeboten werden. Dies betrifft insbesondere die exklusiven und dekorativen deutschen Deckarten, die ein hohes Maß an handwerklichem Können dem verlegenden Dachdeckermeister abverlangen.
Insofern sind die Anforderungen an den Schiefer in Deutschland wesentlich höher als in anderen Ländern. Dabei sind die preiswerten Schieferdeckarten mit Dachdeckung industrieller Kunstprodukte preislich durchaus konkurrenzfähig.
Im Interesse des guten Rufes des Schiefers insgesamt aber muss dagegen vor zweifelhaften und vermeintlich billigen Qualitätskompromissen gewarnt werden.
Am sichersten ist der Rat durch Fachleute
Aufgrund der verstärkten Importe gerade in diesem Niedrigpreisbereich aus Ländern, die mangels bestehender Normen bzw. aufgrund anderer Mentalitäten die Gütekontrollen nicht so strikt handhaben wie dies vielleicht der eine oder andere Produzent tut, besteht durchaus die Gefahr, dass über fachfremde Importeure Schiefer weniger guter Qualitäten auf den deutschen Markt kommen. Der niedrigere Preis verlockt, Qualitätsgesichtspunkte hintenan zu stellen, zumal deren Beurteilung äußerst komplex und vielschichtig und von Laien nicht zu übersehen ist.
Aber die Bauherren werden sich nicht mehr an den Preis erinnern, wenn sich Probleme auf dem Dach oder an der Wand auftun. Sie erinnern sich aber sehr wohl an die verlegende Dachdeckerfirma bzw. an den ausschreibenden Architekten. Übrigens kostet es das Gleichevom Verlegeaufwand her gesehen - ob guter oder weniger guter Schiefer verlegt wird. Wer an der Materialqualität spart, gefährdet die Wirtschaftlichkeit der Eindeckung. Er spart am falschen Fleck, insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Materialaufwand oft lediglich bei 30 bis 50 Prozent der Eindeckungskosten liegt, Gerüstkosten usw. nicht mitgerechnet. Der beste Schiefer ist auf die Dauer auch der preiswerteste!
Nur Anbieter mit Langzeiterfahrung und einer leistungsfähigen Gütesicherungs-Kontrollorganisation auf allen Stufen der Produktion und Bearbeitung bieten letztlich Gewähr für einwandfreien Schiefer. Wie stand doch noch in der Einleitung der amerikanischen Schiefernorm:
»Schiefer wird normalerweise als die beständigste Art der Dachdeckung angesehen, und wenn er richtig gewählt und richtig eingebaut wird, so kann er unter Umständen der dauerhafteste Teil des Gebäudes sein.«
Die erläuterten Zusammenhänge und die Bewusstseinsbildung für die vielfältigen komplizierten Fachdetails sollten deutlich gemacht haben, dass die Auswahl, Bearbeitung und Verarbeitung des schönen Naturbaustoffes umfangreiches Fachwissen erfordern. Schiefergewinnung und -bearbeitung, architektonische Gestaltung und Deckung an Dach und Wand gehören in die Hände von Spezialisten bei Schieferbergbau, Architektur und Dachdeckerfirmen, damit Qualität auf allen Stufen voll gewährleistet ist.
In diesem Sinne versteht sich auch der Titel dieses Beitrages:
Schiefer - natürlicher Baustoff für Kenner und Könner.
Ewald A. Hoppen