Rathscheck Schiefer 
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SchieferEntrée

Diplomarbeiten an der Fachhochschule Mainz - Prof. Jürgen Braun 2008/2009

29 Studenten haben ihre Diplomarbeit dem Thema Schiefer gewidmet. Aufgabe war, ein fiktives multifunktionales Veranstaltungszentrum für Rathscheck Schiefer zu planen. Es sollte das Erscheinungsbild der Firma verbessern und Alltagsaufgaben übernehmen können. Wichtigstes Element des Raumprogramms war ein großer Saal. Außerdem sollte ein kleines Museum geplant werden. Neben weiteren Vorgaben, die in der Broschüre aufgeführt sind, lag das Hauptaugenmerk auf der Verwendung von traditionellen Baustoffen in der modernen Architektur. Die 6 besten Diplomarbeiten haben wir unten aufgeführt.
SchieferBruch Untertage - Übertage SchieferScheiben Schiefer-Monolith SchieferEntrée Monolith  

     Alexander NordmannBild Rathscheck Schiefer

 

 

 

Zur Schiefergewinnung unter Tage werden rechteckige Quader in der Schieferschicht vorgeschnitten und anschließend mittels Pressluftmaschinen aus der Wand gestemmt. Oftmals gelingt es nicht den vorgeschnittenen Block als Ganzes zu gewinnen, da durch den Schieferblock ein Riss - ein BRUCH verläuft. Diese Störungen im Gefüge definieren die Eigenschaften als „Naturprodukt Schiefer“. Bei der Fa. Rathscheck ist man sich der positiven Aspekte solcher Risse bewusst. Obwohl sich aus rissigen Schichten kein direkter Ertrag erzielen lässt, gewinnt das Produkt Schiefer an Bedeutung als natürlicher Rohstoff. Der Entwurf vereint durch seine Formgebung sowohl Aspekte des alltäglichen Prozesses der Schiefergewinnung, als auch die Eigentümlichkeit des Naturproduktes Schiefer. Der monolithische Gebäudekubus entspricht der Form, eines zum Abbruch vorgeschnittenen Schieferblockes. Wie unter Tage verläuft ein Bruch durch den Gebäudeblock. Der Bruchspalt wird durch seine Funktion als Haupterschließung,
Vorplatzgestaltung und Belichtung zum wichtigsten Gestaltungsmerkmal des Entwurfes. In Anlehnung an Schieferschichten wird das Erd- und Obergeschoss je als eigene Schicht betrachtet. Die formgebenden Bruchlinien verlaufen teilweise synchron, teilweise kommt es zu Vor- und Rücksprüngen. Auf diese Art und Weise ergeben sich scheinbar selbstverständliche Flächen, die sowohl den Balkon, als auch das Vordach des Haupteinganges definieren. Bei der Fassadengestaltung wird bewusst auf herkömmliche Deckungsarten von Schiefer verzichtet. Stattdessen werden Schieferbruckstücke aus dem Abbauprozess in Stahldrahtkörben zu Elementen von 118 x 78 x 12 cm zusammengepackt. So entsteht eine Bruchsteinfassade, die durch den „Rohstoff Schiefer“ geprägt wird, aber keine Wertung zwischen den Deckungsarten vornimmt. Im Vordergrund steht das Material, nicht die Technik.

Bild Rathscheck Schiefer SchieferBruch

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Bild Rathscheck Schiefer

     Sacha HammelBild Rathscheck Schiefer

 

 

 

Bei der Planung für ein repräsentatives Hauptgebäude der Fa. Rathscheck, führte die Bestands-, Umgebungs-, Materialanalyse und das Raumprogramm zur Konzept-Idee. Der unter Tage gewonnene Schiefer wird zwar über Tage zu Schindeln verarbeitet, gelagert und verfrachtet, der Ursprung der Materie liegt allerdings tief unten im Berg und ist nicht allen Besuchern und Kunden zugänglich. Um auch diesen Menschen den Untertage-Eindruck zu verschaffen, entsteht ein felsähnlicher Baukörper der Themen wie Bergbau,Tradition, Schichtung, Farbgebung, Anwendungsbereiche und moderne Architektur zugleich miteinander verbindet. Der daraus entstehende Baukörper festigt sich durch die vorhanden Gegebenheiten, wie z.B. die Dachform, welche sich an dem Bestand und der Topographie orientiert. Die als langgezogene
Lichtrisse konzipierten Fensteröffnungen bieten optimale Belichtung und interessante Einblicke in das Gebäude. Die Ausrichtung des skulpturalen Baukörpers schafft eine Verbindung zw. Bestand und Neubau. Die angelegten Grünstreifen werden als zusätzliche Ausstellungsflächen und Begrenzungen genutzt. Die Einheit von Dach und Fassade ermöglicht ein von Regenrinnen freies Gebäude, welches in ein umlaufendes Kiesbett entwässert. Eingearbeitete Sonnenschutzsysteme und innen liegende Jalousien bieten bei jedem Wetter perfekte Lichtverhältnisse im Innenbereich. Das Innenleben bietet mit seinen plastischen Formen eine repräsentative Ausstellungsfläche und zugleich ein angenehmes Erschliessungskonzept.

Bild Rathscheck Schiefer Untertage-Übertage

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Bild Rathscheck Schiefer

     Nicole HahnBild Rathscheck Schiefer 

 

 

 

Angelehnt an das Bild des scheibenartig geschichteten Schiefers unter Tage, entstand das Konzept „SchieferScheiben“. Parallel zum Firmengelände schichten sich mit Schiefer gedeckte Wandscheiben hintereinander. Sie leiten, tragen, zonieren und bestimmen die Gestalt des Bauwerks. Innerhalb der Schiefer-Scheiben verschmelzen Räume miteinander. Offene oder durch Glaselemente getrennte Bereiche ermöglichen Durchgänge und Durchblicke (diese z.T. nur schemenhaft). Auch Außen- und Innenräume verschmelzen miteinander. Die SchieferScheiben überragen die anderen Bauteile und sind dunkel. Außerdem sorgen Oberlichter in den Dächern und Lichtschächte in den Decken entlang der SchieferScheiben ebenfalls für eine optische Loslösung dieser. Die städtebauliche Verbindung zum Firmengelände und die Geste des „WiIlkommenheißens“ übernimmt ein Vordach vom Eingang des Veranstaltungszentrums, über die St.-Barbara-Straße bis hin
 
zum Firmengelände. Im Erdgeschoss des zweigeschossigen Gebäudes befindet sich im Nordosten der Saal und diesem vorgelagert das Foyer im Nordwesten mit Treppenhaus zum OG. Die Kauen befinden sich im Südwesten des Gebäudes und die Schnittfläche der Foyer- und Kauenzone bildet Eingangs- und Bistrobereich. Im Südosten ist der Nebenraumtrakt mit Aufzug & Fluchttreppe. Im Obergeschoss ist die Ausstellung über Foyer und Kauen, die Nebenräume wie im EG.Nach Süden sind zwei miteinander verbundene Freisitze, die zum einen der Ausstellung und zum anderen dem Besprechungsraum zugeordnet sind. Dem Thema Multifunktionalität wird durch verschiedene Nebeneingänge, variable Trennwände und Offenheit innerhalb der SchieferScheiben Rechnung getragen. Das Leitbild unterstützt und spiegelt die Identität des Unternehmens wieder und ist in der Ausarbeitung exemplarisch für die Anwendung eines traditionsreichen Baustoffs an moderner Architektur!

Rathscheck Schiefer SchieferScheiben

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Bild Rathscheck Schiefer

     Johannes MüllerBild Rathscheck Schiefer

 

 

 

Das neue Veranstaltungszentrum präsentiert sich als massiver Schiefer-Block, der durch sein monolithisches Erscheinungsbild einen beruhigenden Gegenpol zum uneinheitlichen und unruhigen Gebäudebestand auf dem Firmengelände bildet. Wichtige Blickbeziehungen bestehen zwischen dem Haupteingang des Neubaus, der Einfahrt des Firmengeländes und dem Eingang der Geschäftsstelle auf dem Firmengelände. Außerdem findet der Ausblick auf den markanten Förderturm des Bergwerks eine große Beachtung bei der Konzeptionierung der Grundrisse. Die Eingangsbereiche in das neue Veranstaltungszentrum werden durch Subtraktion zweier Teilbereiche vom Gesamtvolumen des Neubaus gebildet, ohne die Wahrnehmung des Gebäudes als Monolith zu stören. Mit dem dadurch entstehenden überdachten Vorplatz öffnet sich das Veranstaltungszentrum zur Hauptzufahrt nach Norden hin und lädt so die von dort kommenden Besucher zum Eintritt in das Gebäude ein. Um die Klarheit der Gebäudeform auf die Funktion des Grundrisses zu
übertragen, werden die unterschiedlichen Hauptnutzungen eindeutig zoniert. Der Saalbereich auf der einen Seite und der Büro-, Ausstellungs- und Bergwerksbesucherbereich auf der anderen Seite werden über das zentral angeordnete Foyer erschlossen Großzügige Glasfassaden gewähren Ausblicke vom Foyer, das sich über die gesamte Gebäudebreite Großzügige Glasfassaden gewähren Ausblicke vom Foyer, das sich über die gesamte Gebäudebreite erstreckt, sowohl nach Osten, als auch nach Westen. Dieser beidseitige Außenraumbezug erleichtert die Orientierung innerhalb des Gebäudes. Das Foyer verläuft in Verlängerung der Haupterschließungsachse des westlich gelegenen Firmengeländes und schafft somit einen Bezug des Neubaus zur Bestandsbebauung. Um eine hohe Variabilität des Grundrisses zu gewährleisten, können Saal-, Foyer- und Ausstellungsbereich sowohl zusammengeschaltet, als auch in verschieden große Bereiche unterteilt werden.

Bild Rathscheck Schiefer Schiefer-Monolith

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Bild Rathscheck Schiefer

     Hannah KeßelerBild Rathscheck Schiefer

 

 

 

Das Architekturkonzept ergibt durch die Geologie des Schiefergesteins. Es entstand in Deutschland vor etwa 350 bis 400 Millionen Jahren durch Ablagerungen von feinstkörnigen Tonschlamm-Massen, die sich unter dem Auflagerungsdruck in Tonstein verfestigten. Im Mayener Schiefergebiet lagern die Schieferschichten auf eine besondere Art und Weise. Hier sind die Schichten nicht wie sonst horizontal gelagert, sondern wurden bei der späteren Gebirgsbildung durch seitlichen Druck aufgefaltet. Die formgebende Dachlandschaft des Entwurf setzt sich mit dem Thema der aufgefalteten Schichten bildlich auseinander. Die Schieferschichten scheinen sich aus dem Boden heraus zu drücken und unter sich das Gebäude zu bilden. Die ungleichmäßige Faltung gleicht der Unregelmäßigkeit des Schiefergesteins und bezieht sich auf die darunter liegenden Funktionsbereiche. Das zwei geschossige Gebäude ist klar in verschiedene Bereiche gegliedert. Im EG befinden sich Versammlung und Funktion, im
OG Information und Organisation. Der Entwurf orientiert sich nach Westen mit einer geöffneten Fassade zu den bestehenden Firmengebäuden. Zusätzlich wird durch den Zusammenschluss des neuen und alten Vorplatzes ein neuer Mittelpunkt geschaffen. Die Wahl der Materialien, innen wie außen, ist bewusst an die Industriearchitektur angelehnt. Dominierend sind die drei Materialien: Schiefer, Glasstegplatte und verzinkter Stahl. Im Bereich der Fassade wird größtenteils mit Glasstegplatten gearbeitet, die mit lichtechten Kapillarplatten oder mit transparenter Wärmedämmung gefüllt sind. Profile und sämtliche sichtbare Metallteile sind in verzinktem Stahl ausgeführt. Im Inneren gliedern der polierte, mit Schieferschlamm eingefärbte, Estrich und das Industrieholzparkett aus gekalkter Eiche die öffentlichen Bereiche.

Bild Rathscheck Schiefer Schiefer Entrée

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Bild Rathscheck Schiefer

     Kaweh-Kristian EbrahimiBild Rathscheck Schiefer

 

 

 

Das neue Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude der Firma Rathscheck entsteht östlich des Firmengeländes in Form einer autonomen Gebäudeeinheit und stellt sich in bewusster Distanz zum benachbarten Werksgelände als Solitär dar. Der Monolith, der insgesamt drei Geschosse unvermittelt miteinander verbindet, ragt als massiver Schieferblock aus dem Grund. Ausgehend von einem ursprünglich massiven Schieferblock verändert sich die Kubatur des Quaders mit der Zeit unter Witterungseinflüssen und sprengt einzelne Teile ab. Seine äußere Erscheinung lässt zunächst keine Schlussfolgerung auf die Nutzungsverteilung im Inneren des Gebäudes zu. Die strenge Gestaltung der Fassade wird durch strukturierte Fassadenelemente belebt.
Die Eingangssituation wird durch einen tiefen Spalt im Gestein markiert und ist aus der traditionellen Bearbeitung des Gesteins mit Schlägel und Eisen und der sich daraus ergebenden Formensprache abgeleitet. Der Zugang des Monoliths verengt sich trichterförmig in Richtung des Eingangs und verstärkt dadurch das Gefühl der Enge. Diese Raumwahrnehmung findet ihr Extrem im spärlich beleuchteten Windfang und steht im Kontrast zum lichtdurchfluteten gebäudehohen Foyer. Von diesem Foyer als Mittelpunkt schließen sich die Hauptnutzungsbereiche an. Die Anordnung ist hierbei jeweils um 15° gedreht und verzerrt somit das Innere des Quaders.

Rathscheck Schiefer Monolith

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Bild Rathscheck Schiefer

 
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