Rathscheck Schiefer
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Rathscheck Schiefer - Variable Rechteck-Deckung

Schauspielhaus

Basel, Schweiz

Steine, die die Welt bedeuten.

Der Neubau des Baseler Schauspielhauses wurde im Januar 2002 eröffnet. Die Architekten Schwarz-Gutmann-Pfister fügten zwischen traditionelle Altstadtbauten ein geradliniges Bauwerk in Beton, Glas und Schiefer. Die Schieferfassade ist in dieser Ausprägung eine von Rathscheck gemeinsam mit den Architekten entwickelte Innovation.

Die ersten Entwürfe für dieses Theater gehen auf das Jahr 1990 zurück. Das Bauwerk liegt zwischen zwei V-förmig verlaufenden Straßen. Der Bühneneingang im Südosten am Klosterberg präsentiert sich als eine weitgehend geradlinige und geschlossene Fassade aus Schiefer, Glas und Sichtbeton. Im Südwesten an der Steinentorstraße befindet sich der Haupteingang. Hier dominiert Glas mit einer Schieferfassade im Dachbereich.

Das kompakte Bauwerk erstreckt sich über sechs Ober- und drei Untergeschosse. Das unterste Geschoss liegt mit einer Tiefe von neun Metern einen Meter unterhalb des Grundwasserspiegels. Ein Fußgängertunnel verbindet das Schauspielhaus mit einem Lagergebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Komplexe Anforderungen rund um die Statik und den Schallschutz prägen die Entwicklung des Bauwerkes. Zum einen galt es bei der tiefen Baugrube die Nachbargebäude maximal zu schützen, zum anderen den neuen, „lauten“ Baukörper von seinen Nachbarn und der daran vorbei fahrenden Straßenbahn akustisch zu entkoppeln. Diese  schwierigen Randbedingungen forderten ein statisches Konzept, das auch Auswirkungen auf die Gestaltung des Gebäudes hatte. Um die Nachbargebäude vor Absenkungen zu schützen, wurde der Giebelbereich weitgehend entlastet und die tragenden Wände entlang der zwei Straßenzüge angeordnet. Die leistungsfähigen, gefalteten Stahlbetonkonstruktionen spannen von Straße zu Straße und forderten auf beiden Straßenseiten stabile Gründungen. Die ursprüngliche Idee, historische Häuserfronten zu erhalten und nur im Kern ein neues Bauwerk einzufügen, musste aufgegeben werden. Auf diese Weise entstand neben historischen Gebäuden eine geradlinige neue Front.

Die Fassade

Das Äußere des Schauspielhauses prägt neben Glas und Beton vor allem die Schieferfassade. Jenseits bekannter Schiefermuster, die kleinformatig oder rundlich sein können, entwickelten die Architekten gemeinsam mit Rathscheck für dieses spezielle Gebäude eine exklusive Deckart, die inzwischen in die Fachregeln für die Schieferverlegung aufgenommen wurde, so dass diese Fassadenidee zum neuesten Stand der Technik gehört. Für dieses Bauwerk wählten die Architekten Schiefersteine der Größe 40 x 25 cm. Sie sind mit Edelstahlblechen fixiert. Das Besondere ist die Verlegeart. Die Schieferplatten der Fassade sind mit extrabreiten, spiegelnden Chromnickelstahl-Blechen fixiert. Im Lichtschein schimmern diese Bleche wie Edelsteine auf den dunklen, blau-grauen Schiefern. Die Platten sind so verlegt, dass die Chromnickelbleche waagerechte, senkrechte und auch diagonale Netzlinien bilden. Die Fassade wirkt festlich wie ein schwarzes Kleid mit Pailletten und untermauert mit dieser Ausstrahlung die Funktion des Bauwerkes. Besonders am Abend, wenn das Publikum vorfährt, spiegeln Stahl und Schiefer das Licht der Autos und der Straßenbeleuchtung wider.

Haltbarkeit und Vandalismus

Schieferfassaden genießen eine hohe Wertschätzung. Die Lebensdauer einer Schieferfassade wird mit bis zu 200 Jahren angegeben, Edelstahlbefestigungen vorausgesetzt. Vandalismus ist relativ selten und die Reparatur durch Austausch einfach. Dazu werden spezielle Reparaturhaken eingesetzt oder im vorliegenden Fall lediglich die Edelstahlklammer aufgebogen, ein neuer Stein eingesetzt und das Edelstahlblech wieder gerichtet.

Fassadentechnik

In den Regeln für Deckungen mit Schiefer, herausgegeben vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Köln, ist die Fachtechnik einer Schieferfassade beschrieben. Darin wird für Fassadendeckungen eine Höhen- und Seitenüberdeckung von 4 cm gefordert. Mit einer Höhenüberdeckung von 4 cm und einer Seitenüberdeckung von 10,5 cm entspricht die Baseler Fassade diesen Vorgaben. Sie ist damit von den Fachregeln abgedeckt.

Im Zusammenhang mit Schieferdeckungen wird immer wieder der Begriff der  sogenannten „geschlossenen“ Deckung diskutiert. Darunter ist eine Schieferdeckung zu verstehen, bei der die Schiefersteine so übereinander und nebeneinander liegen, dass beim Blick von der Seite keine Fugen zu sehen sind. Damit wird der Regeneintrieb von der Seite verhindert. Bei den klassischen Deckarten für Dachdeckungen wie der Altdeutschen Deckung oder der Universal-Deckung ist diese Regel zwingend einzuhalten.

Für Wandbekleidungen ist eine geschlossene Deckung jedoch nicht gefordert. Das heißt, dass beim Blick von der Seite zwischen den aufeinander liegenden Schieferplatten offene Spalten sichtbar sein dürfen.

Architekt

„Die dunklen Schieferplatten bilden mit den spiegelnden Chromnickelstahl-Befestigungsblechen ein festliches Kleid. Auf der gerundeten Fassade des Bühnenraumes wirkt die Deckart besonders gut. Die Schieferfassade ist langlebig und allfällige Reparaturarbeiten sind durch Plattenaustausch einfach durchzuführen.“

Architekt Martin Pfister  Martin Pfister
  • Geboren am 29.8.1953
    in Basel.
  • Architekturstudium an der
    FHBB bei Prof. Michael Alder.
  • Selbständig, zusammen
    mit Felix Schwarz und Rolf
    Gutmann, seit 1990.
 

Bautafel

         
 

BAUHERR
Baudepartement


PLANUNG
Schwarz-Gutmann-Pfister
Elisabethenstr. 28
4010 Basel


BAUZEIT
10 / 1999 bis 01 / 2002


GEBÄUDEFLÄCHE
700 m²


DACHMATERIAL
Rathscheck Schiefer,
InterSIN® 40 x 25 cm


UNTERKONSTRUKTION
OSB-Platten 25 mm mit aufgenagelter
Tegubit-Abdecklage

 

STANDORT
Basel


TRAGWERKSPLANER
WGG Schnetzer Puskas
Ingenieure AG SIA/USIC
Güterstr. 144
4002 Basel


GRUNDSTÜCKSFLÄCHE
1.319 m²


SCHIEFERARBEITEN
A. Brönnimann
Rennweg 55
4020 Basel, Schweiz


SCHIEFERDECKART
Unterlegte Rechteck-Deckung


DÄMMUNG
Mineralwolle

 

 

 

 

 

Kontakt

© Rathscheck Schiefer
St.-Barbara-Straße 3
56727 Mayen-Katzenberg

Telefon: 0 26 51 - 955-0
Rathscheck Schiefer
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