Rathscheck Schiefer
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Raiffeisenbank

Wolfurt, Österreich

Dynamisch und energiesparend.

Die „neue“ Raiffeisenbank in Wolfurt bei Bregenz am Bodensee erregt Aufsehen mit einer edlen Schiefer-Fassade als Dynamische Deckung. Auch hinter der Fassade steckt Überraschendes.

Zeitgemäß und zugleich traditionell präsentiert sich eine Schiefer-Fassade in Wolfurt/A. Statt der in dieser Region üblichen Holzschindeln setzte Architekt Christoph Kalb auf das „weltlichere“ Schiefergestein. Es zeigt sich modern und ist zugleich eine Hommage an die hier übliche traditionelle Bauweise mit Holzschindel-Fassaden.

Die Bank wurde 1980 errichtet. Sie präsentierte sich als ein Gebäude mit mehreren aus dem Grundriss auskragenden Gebäudeteilen. Es entstand Bedarf nach mehr Raum und der Energieverbrauch des Gebäudes war nicht mehr zeitgemäß. Bei der Sanierung ging es deshalb um mehr Raum und ein kompaktes, energiesparendes Gebäudevolumen. 2006 wurde zu diesem Zweck ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Eine Grundlage des Wettbewerbes war die strikte Vorgabe, das bestehende Gebäude im Kern zu erhalten. Ein Totalabbruch wurde ausgeschlossen.

Die Baumaßnahmen starteten 2009 mit dem Rückbau bis auf das Stahlbetonskelett. Dabei wurden auch alle auskragenden Gebäudeteile bis auf den Kubuskern zurückgebaut. Anschließend erhielt das Bauwerk ein komplett neues viertes Geschoss aus Holzständerwerken und eine komplett neue Außenhülle, eine vorgehängte Fassade aus vorgefertigten, hoch gedämmten Holzelementen.

Zukunftsweisender Wärmeschutz

Die neue Außenhülle besteht aus zwei Schichten. Die eine bildet die vorfabrizierten, 24 cm dicken Holzelemente als Holzständerwerk mit MW-Füllung. Die zweite Schicht ist die gedämmte Installationsebene, die von innen gegen die vorgehängte Fassade gebaut wurde. Sie enthält nochmals rund 10 cm MW. Die Dämmdicke summiert sich also auf insgesamt 30 cm Mineralwolle (U-Wert: 0,12 W/m²K). Passend zum dicken Dämmpaket der Fassade wurden auch auf den Flachdächern entsprechend dicke Dämmungen verbaut. Der Effekt dieser Sanierung ist entsprechend bemerkenswert. Verbrauchte das Bauwerk vor der Sanierung 190 kWh/(m²a) sind es jetzt nur noch 25 kWh/(m²a) und damit etwa nur 1/8 der ursprünglichen Energiemenge.

Bemerkenswert ist auch das Fenster- und Tageslichtkonzept. Um eine möglichst großzügige Beleuchtung zu sichern, bzw. Energie für die Beleuchtung zu sparen, sind die großen Fenster mit Dreifachverglasungen (U-Wert: 0,85 W/m²K) ausgerüstet.

Prägendes Merkmal des neu gestalteten kubischen Bauwerkes ist die moderne Schiefer-Fassade in Dynamischer Deckung aus InterSIN-Schiefer von Rathscheck. Die Deckung ist an diesem Bauwerk in zwei Varianten ausgeführt. Das Sockelgeschoss und das seitliche Treppenhaus sind in der klassischen Dynamischen Deckung mit abwechslungsreich gestaffelten, 5, 10 und 15 cm hohen Gebinden gedeckt, das zentrale Hauptgebäude mit einheitlichen, 20 cm hohen Gebinden.

Die Rauhspundschalung ist 24 mm dick. Sie ist die ideale Basis für die Schiefer-Fassade und wurde hier ohne Vordeckung verarbeitet. Erfahrungen besagen, dass das kleinteilig belüftete Schiefergestein, direkt auf Holz genagelt, eine sehr positive Wirkung auf die Unterkonstruktion hat. Unter Schiefer-Fassaden sei das Holz stets trocken und ca. 10 bis 15 °C wärmer als die Umgebungsluft.

Die eingesetzten Steinlängen stammen aus dem Produktprogramm von Rathscheck Schiefer, so dass nur wenige Zurichtarbeiten vor Ort notwendig waren. Verbaut wurden Steine mit einer Länge von 30, 40, 50 und 60 cm. Die Schiefer wurden so verlegt, dass die Stoßfugen einen Versatz von mindestens 5 cm haben. Zur Hinterlegung der Stoßfugen dienen 10 cm breite, schwarz lackierte Aluminiumstreifen.

Der zentrale, hohe Gebäudeteil ist einheitlich mit 20 cm hohen Gebinden ausgeführt. Diese hier erstmals realisierte vereinfachte Deckvariante entspricht nur in Teilen der ursprünglichen Gestaltungsidee der Dynamischen Deckung. Sie ähnelt aber damit, so Architekt Kalb, einer traditionellen Holzschindeldeckung, bei der die Gebinde stets gleich hoch sind.

Die gleich hohen, aber verschieden breiten Schiefer betonen aufgrund des größeren Steinformates den archaischen Charakter der spaltrauen Schieferoberflächen. Darüber hinaus ist die Deckung mit dem lebhaften Fugenbild sparsam im Materialverbrauch.

Architekt


Architekt Christoph Kalb   Christoph Kalb 
  • 93-95 + 96-97 Hochschule Liechtenstein -
    Sipl.-Arch. FH
  • 95-96 + 97-99 University of East London -
    BSc und DipArc
  • 2001 registrierter Architekt in Liechtenstein
  • 2008 Mitglied ARB - Architects Registration Board
  • Ausbildung zum zertifizierten Passivhaus Planer - Europäisches Passivhaus Institut Darmstadt
  • 2011 Mitglied LIA - Liechtensteiner Ingenieur und Architekten Vereinigung

  Berufspraxis

  • 1993-1995 Bereiter / Dvorak Architekten in Dornbirn
  • 1996-2006 Hermann Kaufmann Architekten in
    Schwarzach
  • 2000-2006 eigenes Architekturbüro in Bregenz
  • 2006- Architekturwerk Christoph Kalb GmbH in
    Dornbirn
  • 2008- Bürogemeinschaft mit Philipp Berktold Architekt



Bautafel 

         
 

BAUHERR
Raiffeisenbank Wolfurt, A


PLANUNG
Christoph Kalb
Architekt ARB LIA, Dornbirn, A
architekturwerk.at


BAUZEIT
2009 bis 2010


GRUNDSTÜCKSFLÄCHE
1.800 m2


GEBÄUDEFLÄCHE
NGF 1.250 m²
BGF 1.500 m² 


SCHIEFERARBEITEN
Günter Ess, Feldkirch, A


 

 

STANDORT
Wolfurt, Österreich


TRAGWERKSPLANER
GBD - Gruppe Bau Dornbirn, A 


FASSADENMATERIAL
Rathscheck Schiefer, InterSIN® 


SCHIEFERDECKART
Dynamische Deckung


UNTERKONSTRUKTION
Massiv Skelettbau Bestand - vorgehängtes hochwärmegedämmtes Holzständerwerk mit Schiefer-Fassade


 

Kontakt

© Rathscheck Schiefer
St.-Barbara-Straße 3
56727 Mayen-Katzenberg

Telefon: 0 26 51 - 955-0
Rathscheck Schiefer
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